Soko Castle

Mehr als 400 Beamte im Großeinsatz gegen Einbrecherbanden

Bei einem Großeinsatz gegen Wohnungseinbrecher waren am Mittwoch mehr als 400 Beamten im gesamten Stadtgebiet im Einsatz (Symbolbild).

Bei einem Großeinsatz gegen Wohnungseinbrecher waren am Mittwoch mehr als 400 Beamten im gesamten Stadtgebiet im Einsatz (Symbolbild).

Foto: dpa Picture-Alliance

In ganz Hamburg hat die Polizei verdächtige Fahrzeuge kontrolliert. Sieben Personen wurden festgenommen.

Hamburg. Die Hamburger Polizei ist am Mittwoch bei einem Großeinsatz gegen Wohnungseinbrecher vorgegangen. Es seien vier verschiedene stationäre Kontrollpunkte an Hauptverkehrsstraßen im gesamten Stadtgebiet eingerichtet worden. Zusätzlich habe es zahlreiche mobile Kontrollen im gesamten Stadtgebiet gegeben, sagte Polizeisprecherin Nina Kaluza am Donnerstag.

Unter der Führung der LKA-Einheit „Castle“ seien mehr als 400 Beamte der Hamburger Polizei im Einsatz gewesen. Sie hätten insgesamt 379 verdächtige Fahrzeuge und 581 Personen kontrolliert, so Kaluza.

In diesen Straßen waren die stationären Kontrollen eingerichtet:

  • Altona: Schnakenburgallee
  • Harburg: Winsener Straße
  • Wilhelmsburg: Otto-Brenner-Straße und Niedergeorgswerder Deich

Wertvolle Erkenntnisse im Kampf gegen Einbrecherbanden

Ergebnisse des Einsatzes liegen laut Polizei noch nicht vor, diese würden noch ausgewertet. Laut der Polizei Hamburg konnten die Beamten jedoch wertvolle Erkenntnisse für die Einbruchsbekämpfung gewinnen. Es sei wichtig gewesen, zu sehen, wer bei wem im Auto sitzt.

Zudem habe es sieben Festnahmen und zwölf Strafanzeigen im Rahmen des Einsatzes gegeben. Diese stünden jedoch nicht im Zusammenhang mit der Einbruchsbekämpfung. Ursache der Festnahmen seien beispielsweise Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, Urkundenfälschung, Verstöße gegen das Waffengesetz und Diebstahl gewesen.

Zusätzlich zu den Kontrollen errichtete die Polizei Infostände, um Hamburger Bürger zu sensibilisieren und ihnen Tipps an die Hand zu geben, wie sie sich vor Einbrüchen schützen können.

Zahl der Einbrüche hatte im Januar in Hamburg zugenommen

Auch in Schleswig-Holstein und Niedersachsen habe es Kontrollen gegeben. So beteiligten sich auch die Landespolizei Schleswig-Holstein und die Polizei Niedersachsen an dem länderübergreifenden Einsatz am Mittwochabend.

Laut der Landespolizei in Kiel sei die Vereinbarung der Innenminister und -senatoren der norddeutschen Bundesländer aus dem Jahr 2018 Anlass für den Großeinsatz. Laut dieser wollen die Länder gemeinsam gegen Eigentumskriminalität, insbesondere Wohnungseinbrüche, durch Banden vorgehen.

Länderübergreifende Einsätze seien besonders wichtig

„Trotz der deutlichen Erfolge der letzten Jahre halten sich professionelle reisende Einbrecher immer wieder in unserer Stadt auf. Wir werden den Ermittlungs- und Fahndungsdruck weiter hoch halten. Deswegen sind diese länderübergreifenden Einsätze besonders wichtig. Weitere werden folgen!“, so Polizeipräsident Ralf Martin Meyer.

Trotzdem die Einbruchszahlen durch reisende Tätergruppen weiterhin sinken würden, sei es nach wie vor ein Schwerpunkt der Polizei Einbrüche zu bekämpfen. In Hamburg war die Zahl der Einbrüche zuJahresbeginn deutlich im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

So können Sie das Einbruchsrisiko senken:

  • Verschließen Sie beim Verlassen der Wohnung sorgfältig Eingangstür und Fenster sowie Terrassen- und Balkontüren. Auf Kipp stehende Fenster oder Balkontüren können leicht von außen geöffnet werden. Ziehen Sie die Schlüssel vom abschließbaren Fenstergriff ab, wenn Sie nicht zu Hause sind.
  • Überprüfen Sie den mechanischen Grundschutz. Noch immer verfügen viele Fenster und Türen über einen völlig unzureichenden Einbruchschutz. Informieren Sie sich über die Möglichkeiten der Nachrüstung oder des Austauschs, entweder beim Fachhändler oder bei polizeilichen Beratungsstellen im Bundesgebiet. Nutzen Sie auch die finanziellen Förderangebote der KfW-Bank.
  • Eine Beleuchtung mit Dämmerungsschaltern oder Zeitschaltuhren sorgt dafür, dass Wohnung oder Haus bei Dunkelheit nie verlassen wirkt.
  • Wenn Sie einen Türspion oder eine Gegensprechanlage haben, nutzen Sie diese! Machen Sie sich den prüfenden Blick zur Gewohnheit, bevor Sie Ihre Tür öffnen. Fragen Sie konkret, warum jemand ins Haus möchte. Haben Sie Zweifel, so öffnen Sie nicht!
  • Pflegen Sie Kontakte zu Ihren Nachbarn und informieren Sie eine Person Ihres Vertrauens, wenn Sie längere Zeit nicht zu Hause sind und wie sie zu erreichen sind. Öffnen Sie nicht die Tür, wenn zum Beispiel Unbekannte bei Ihnen klingeln und unter einem Vorwand in das Mehrfamilienhaus wollen.
  • Begeben Sie sich nicht in Gefahr, indem Sie versuchen, einen Einbrecher selbst zu stellen. Wenn Ihnen etwas verdächtig erscheint, wählen Sie lieber schnell den Notruf 110. Beobachten Sie aus sicherer Position und teilen Sie Ihre Beschreibung des Täters umgehend der Polizei mit.