Gefahrguteinsatz

Hochätzende Säure im Hafen ausgetreten – Ein Verletzter

Aufwendiger Einsatz: Aus einem Container in Waltershof tropfte ein Abbauprodukt von Glyphosat. Vorfall auch in Altenwerder.

Hamburg. Gefahrguteinsatz im Hamburger Hafen: Am frühen Sonntagnachmittag tropfte aus einem Container, der auf einem Güterzug im Bereich Waltershof stand, eine hochätzende Säure. Eine Analyse der Feuerwehr ergab, dass es sich bei dem Stoff um Aminomethylphosphonsäure handelt, ein Abbauprodukt des Breitbandherbizids Glyphosat.

"Es ist ein hochätzender Stoff, der in einer Leckrate von circa 30 Tropfen pro Minute aus dem Container austritt", sagte Feuerwehrsprecher Jan Ole Unger vor Ort. Um den Container zu sichern, musste eine Lok den kompletten Zug zum Containerterminal Altenwerder bringen. Dort gab es eine sogenannte Gefahrgutwanne, in die der Container mit einem Vancarrier gesetzt werden konnte.

Hochätzende Säure im Hafen – Feuerwehr in Schutzanzügen

Vor Ort in Waltershof konnten die Einsatzkräfte nicht direkt aktiv werden, da die Container gesichert waren. "Durch die Verladung auf den Zug gibt es Sperren in den Containertüren, die wir hier nicht ohne Weiteres öffnen können", sagte Unger.

Wissenswertes zum Hamburger Hafen:

  • Der Hamburger Hafen ist der größte Seehafen Deutschlands und der drittgrößte Europas
  • Der Hamburger Hafen wird von der Hamburg Port Authority (HPA) verwaltet
  • Im Hamburger Hafen werden 13 Hafenbecken und Kaianlagen für den Warenumschlag oder spezifische Zwecke genutzt
  • Der Hamburger Hafen hat rund 320 Liegeplätze für Seeschiffe an 43 Kilometer Kaimauer

Erst nach dem Transport zum Containerterminal Altenwerder konnten die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Umweltdienst nachsehen, wie viele Fässer beschädigt sind und diese dann fachgerecht in andere Behältnisse umpacken. Ergebnis: Rund 20 Fässer sollen beschädigt gewesen sein.

Um 20.58 Uhr war der aufwendige Einsatz schließlich beendet – allerdings mit einem leicht verletzten Kollegen. Der Feuerwehrmann wurde mit einer Schnittverletzung vorsorglich zur Untersuchung ins UKE gebracht. Zur eigenen Sicherheit hatten die Feuerwehrleute Schutzanzüge und Atemschutz getragen.

Brennender Container im Aluminiumwerk in Altenwerder

Kurze Zeit, nachdem die ätzende Säure in Waltershof entdeckt worden war, wurde die Feuerwehr ins Aluminiumwerk nach Altenwerder alarmiert. "Dort brannte ein Container, in dem sich Kalk und Aluminiumrückstände befanden", sagte Jan Ole Unger am Sonntagnachmittag. Die Werksfeuerwerk konnte das Feuer jedoch löschen.