Hamburg

Frachter lässt 3200 Tonnen Ballastwasser in die Elbe laufen

Einsatz an der "Santa Francesca" im Hamburger Hafen: Die Crew hatte illegal Ballastwasser in die Elbe geleitet.

Einsatz an der "Santa Francesca" im Hamburger Hafen: Die Crew hatte illegal Ballastwasser in die Elbe geleitet.

Foto: privat

Wasserschutzpolizei konnte Umweltsünder stellen. 5000 Tonnen Brackwasser gereinigt. Das kam den Verursacher teuer zu stehen.

Hamburg. Die Wasserschutzpolizei hat am Montag erneut einen Umweltsünder im Hamburger Hafen gestellt. Und wieder einmal ertappten die Beamten eine Crew dabei, wie sie sogenanntes Ballastwasser in die Elbe abließ. Für den Ranghöchsten an Deck wurde das richtig teuer.

Der Frachter "Santa Francesca" hatte bereits 3200 Tonnen Brackwasser in die Elbe eingeleitet, als die Wasserschutzpolizisten gegen 9.30 Uhr auf Höhe Blumensand einschritten. Der Erste Offizier (36) musste daraufhin eine Sicherheitsleistung von 5000 Euro hinterlegen. Weitere 5000 Tonnen Ballastwasser mussten über die neue mobile Behandlungsanlage der Umweltbehörde gereinigt werden. Hierfür wurden weitere 45.000 Euro fällig.

Mit Ballastwasser werden gefährliche Mikroorganismen eingeschleppt

Mit dem Wasser gelangen unter Umständen Organismen wie Fische, Krebse oder Bakterien in fremde Gewässer und Ökosysteme. Das Ballastwasser wird während der Fahrt aufgenommen, um leere oder fast leere Seeschiffe zu stabilisieren; vor dem Beladen muss es wieder abgelassen werden. Das Problem: Mit dem Wasser gelangen unter Umständen Organismen wie Fische, Krebse oder Bakterien in fremde Gewässer und Ökosysteme – genau dorthin also, wo sie nicht hingehören. Aus gutem Grund ist das Abpumpen verunreinigten Wassers nach dem internationalen Ballastwasser-Übereinkommen verboten. Doch immer wieder verstoßen Seeschiffe gegen die Auflage – wie am vergangenen Montag der unter der Flagge der Marshall-Insel fahrende Frachter Santa Francesca.

Seit September 2017 kontrolliert die Hamburger Wasserschutzpolizei verschärft, ob Schiffe Ballastwasser ablassen. Mehr als 35 Verstöße seien der für solche Fälle zuständigen Umweltbehörde gemeldet, insgesamt in den zwei Jahren rund 200 Millionen Liter im Hafen entsorgt worden, so ein Sprecher der Umweltbehörde. Bisher hatten Missetäter jedoch kaum Sanktionen zu fürchten. Erst Ende August war das Ballastwasser-Übereinkommen ins Hamburgische Landesrecht überführt worden.