Hamburg

Landungsbrücken: Festnahmen wegen Brandstiftung an Radlader

Farbschmierereien im Umfeld des Brandortes. Polizei nahm noch während der Löscharbeiten drei junge Verdächtige fest.

Hamburg. Ein brennender Radlader an der Zufahrt zur Baustelle der U-Bahn-Station Landungsbrücken hat am Donnerstagabend gegen 20 Uhr für einen Feuerwehreinsatz gesorgt. Anschließend nahmen Zivilfahnder drei Personen fest, die im Verdacht stehen, die Baumaschine in Brand gesteckt und mehrere Sachbeschädigungen durch Farbschmierereien begangen zu haben.

Während die Feuerwehr die Löscharbeiten übernahm, entdeckten die Beamten bereits diverse Farbschmierereien im Umfeld des Brandortes an einer weitere Baumaschine sowie an unterschiedlichen Objekten in den umliegenden Straßenzügen. Außerdem hatten Unbekannte an einem Bauzaun ein großes Transparent aufgehängt.

Drei Verdächtige mit Farbspuren festgenommen

Für die Fahndung hinzugerufene Beamte trafen anschließend zwei junge Männer und eine Frau an, die sich verdächtig verhielten. Bei der Überprüfung wurde festgestellt, dass alle drei frische Farbe an ihren Händen und der Kleidung hatten. Die 15- und 19-jährigen Männer und die 18-jährige Frau wurden daraufhin vorläufig festgenommen.

Bei der Durchsuchung der Verdächtigen fanden die Polizisten Farbspraydosen. Bei dem 15-Jährigen entdeckten die Beamten zudem einen Teleskopschlagstock, der 19-Jährige hatte eine Schreckschusswaffe samt Munition dabei. Die Waffen wurden sichergestellt und gegen die beiden jeweils ein Verfahren wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Waffengesetz eingeleitet.

Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen entließ die Polizei die volljährigen Beschuldigten wegen mangelnden Haftgründen. Der Jugendliche wurde an einen Erziehungsberechtigten übergeben, da auch für ihn keine Haftgründe vorlagen. Die Ermittlungen zur mutmaßlichen Brandstiftung übernahm das LKA.

Brandrauch zog bis in den U-Bahnhof

Die Feuerwehr war mit mehr als 40 Einsatzkräften am Donnerstagabend ausgerückt, um den brennenden Radlader oberhalb der U3-Gleise zu löschen. Durch die starke Rauchentwicklung gelangte der Brandrauch jedoch bis in den U-Bahnhof. Daher wurde der Betrieb der U3 zwischen den Haltestellen Schlump und Rathaus eingestellt. Auch im Fährverkehr kam es laut Hadag zu Einschränkungen.

Da der Weg zum brennenden Radlader sehr schmal war, konnte nur ein einziges Löschfahrzeug nah an den Brandherd heranfahren. Mithilfe eines sogenannten Schnellangriff-Rohres konnten die Flammen erdrückt und anschließend durch den Einsatz von Löschschaum endgültig gelöscht werden.

Nachdem die zweistündigen Löscharbeiten beendet waren, konnten ebenfalls kurzfristig eingerichtete Straßensperrungen wieder aufgehoben werden.

Öl lief auf die Gleise der U3

Aus Hydraulikleitungen, die beim Brand beschädigt wurden, trat während des Einsatzes außerdem Öl aus, das den Hang hinunter zu den Gleisen lief. Der Umweltdienst der Feuerwehr Hamburg wurde dafür hinzugezogen und stimmte mit einem Verantwortlichen der Hochbahn entsprechende Sicherungsmaßnahmen ab. Wegen der Säuberung, die sich bis in den späten Abend hinzog, war der U3-Verkehr zunächst nur eingeschränkt möglich.