Ein Toter

Unfallursache nach Absturz in den Boberger Dünen noch unklar

Einsatzkräfte vor Ort: In den Boberger Dünen ist ein Segelflugzeug abgestürzt.

Einsatzkräfte vor Ort: In den Boberger Dünen ist ein Segelflugzeug abgestürzt.

Foto: Carsten Neff

Das Flugzeug war am Donnerstagnachmittag in der Nähe des Sportflugplatzes in Hamburg abgestürzt. Der Pilot kam ums Leben.

Hamburg. Ein Segelflugzeug ist am Donnerstag um 16.37 Uhr in den Boberger Dünen abgestürzt. Der Unfall ereignete sich etwa 500 Meter vom Sportflugplatz in Boberg entfernt. Wie es dazu kam, ist weiterhin unklar.

Der Notarzt landete mit dem Hubschrauber Christoph 29 des Bundesgrenzschutzes an der Unglücksstelle – weitere Retter waren zunächst von einem drei Meter breiten Graben von der Unglückstelle abgeschnitten, konnten aber nach Legen einer Leiterbrücke auch zu dem Wrack gelangen. Der Pilot, ein 63 Jahre alter Arzt aus Glinde, saß zwar noch in seiner Kanzel, doch jeder Rettungsversuch kam zu spät. Der Notarzt konnte nur noch den Tod des Piloten feststellen. Das Flugzeug war in drei Teile zerbrochen.

Unter den Mitgliedern des Flugvereins HAC herrscht tiefe Betroffenheit. Tödliche Unfälle habe es seit vielen Jahren nicht gegeben. Zur Klärung der Unfallursache wird nun die Flugunfalluntersuchungsstelle ihre Arbeit aufnehmen. Feuerwehr und Polizei waren mit einem Großaufgebot im Einsatz, allein 15 Fahrzeuge der Feuerwehr rückten an.

Maschine stürzte ungebremst aus 150 Metern Höhe

Der als sehr erfahren geltende Pilot soll mit einem älteren aber verkehrssicheren Vereinsflugzeug des Hamburger Aero-Clubs Boberg (HAC) vom Segelflugplatz aus per Flugzeugschlepper gestartet sein. Der Einsitzer vom Typ Discus 2cT besitzt einen ausklappbaren Hilfsmotor, der eingesetzt werden kann, wenn die Thermik nicht ausreicht, um die Flughöhe zu halten. Damit starten kann die propellerlose Maschine allerdings nicht.

Kurz vor dem tragischen Absturz hatte sich der Pilot bereits beim Segelflugplatz in Boberg für die Landung angemeldet, als er zwischen Billwerder Billdeich und Flugplatz, südlich des Platzes aus etwa 150 Metern Höhe abkippte. Zeugen haben gesehen, wie das Flugzeug ungebremst auf die Felder stürzte. Sie liefen zum Unglücksort, alarmierten die Retter.