Wandsbek

Wohnhausbrand: Drei Erwachsene flüchten mit Baby auf Dach

Die Feuerwehr rettet die Bewohner vor den Flammen über eine Drehleiter – und entdeckt zudem eine Marihuana-Aufzuchtanlage.

Hamburg. Acht Menschen sind in Hamburg-Wandsbek in der Nacht zum Dienstag aus einem brennenden Wohnhaus in der Wandsbeker Marktstraße gerettet worden. Vier von ihnen, darunter ein Baby, waren nach Angaben der Feuerwehr am Montagabend auf das Dach geflüchtet. Sie wurden über eine Drehleiter gerettet, mussten aber in Krankenhäuser transportiert werden, da sie Rauch eingeatmet hatten.

"Aufgrund der Vielzahl der Anrufe und der Dramatik des Meldebildes wurde sofort die Alarmstufe "Feuer, zwei Löschzüge, Menschenleben in Gefahr" ausgelöst", sagte Feuerwehrsprecher Jan Ole Unger. "Als die ersten Kräfte an der Einsatzstelle eintrafen, hatten sich drei Erwachsene mit einem Baby im Arm auf das Dach geflüchtet."

Feuerwehr entdeckt Marihuana-Aufzuchtanlage

Vier weitere Menschen konnten unversehrt durch das Treppenhaus in Sicherheit gebracht werden. Das Feuer, das aus bislang ungeklärten Gründen in einem Dachverschlag mit Wohnutensilien und Mobiliar ausgebrochen war, konnte schnell gelöscht werden.

"Ein Elektriker-Notdienst musste den betroffenen Bereich des Hauses freischalten, damit von beschädigten Elektroleitungen keine weitere Gefahr ausgehen konnte", so Feuerwehrsprecher Unger. Die Feuerwehr war mit 36 Einsatzkräften vor Ort. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

Zudem ermittelt die Polizei gegen einen Bewohner des Brandhauses, der in seiner Wohnung Marihuana angebaut hat. Um zu prüfen, ob sich in dem Haus noch Menschen befinden, hatte die Feuerwehr Wohnungen geöffnet. "Aus Gründen der Gefahrenabwehr", sagte Polizeisprecher Florian Abbenseth. In einer Wohnung trafen die Retter zwar keinen Personen, aber dafür drei sogenannte Grow-Zelte für Marihuana an. "Es wurden 35 Marihuanapflanzen und Equipment sichergestellt", so Polizeisprecher Abbenseth.