Hamburg

36-Jähriger wegen G20-Krawallen festgenommen

Der Festgenommene soll Glasflaschen auf Polizeibeamte geworfen haben (Symbolbild).

Der Festgenommene soll Glasflaschen auf Polizeibeamte geworfen haben (Symbolbild).

Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com / Alexander Pohl

Der Mann soll während der Proteste gegen das Gipfeltreffen in Hamburg mindestens sieben Glasflaschen auf Polizisten geworfen haben.

Hamburg. Im Zusammenhang mit den Ermittlungen zu den G20-Krawallen ist in Hamburg ein 36-jähriger Mann verhaftet worden. Er wird beschuldigt, während der Proteste gegen das Gipfeltreffen der G20-Staats- und Regierungschefs Anfang Juli 2017 im Schanzenviertel mindestens sieben Glasflaschen auf Polizeibeamte geworfen zu haben, wie die Polizei am Freitag mitteilte.

Der Mazedonier sei bereits am Mittwoch in Hammerbrook wegen Verdachts des schweren Landfriedensbruchs festgenommen worden. Ein Richter habe zwischenzeitlich Haftbefehl erlassen.

Bereits fünfte G20-Großfahndung

Die Ermittlungsgruppe (EG) "Schwarzer Block" hatte das Bild des Verdächtigen den Angaben zufolge bei ihrer zweiten Öffentlichkeitsfahndung im vergangenen Jahr veröffentlicht. Vor wenigen Wochen sei dann ein Hinweis auf den 36-Jährigen eingegangen.

Mitte März war die Polizei mit der mittlerweile fünften Großfahndung an die Öffentlichkeit gegangen und hatte 66 Bilder von unbekannten Tatverdächtigen ins Internet gestellt. Auch diese Öffentlichkeitsfahndung nach Gewalttätern am Rande des G-20-Gipfels läuft nach Einschätzung der Polizei sehr erfolgreich. Innerhalb eines Monats seien von den 66 gesuchten Verdächtigen 19 Personen identifiziert worden.

Hinweise von Nachbarn, Arbeitskollegen, Ex-Mitschülern

„Wir haben nach wie vor eine hohe Aufmerksamkeit und Interesse an dem Thema“, sagte Polizeisprecher Ulf Wundrack bereits Anfang der Woche. „Es ist ein Erfolgsrezept, mit Öffentlichkeitsfahndungen zu arbeiten, nicht nur im Zusammenhang mit G 20“, sagte der Sprecher. Die Hinweise kämen von Nachbarn, Arbeitskollegen, ehemaligen Mitschülern und zum Teil auch von den Gesuchten selbst, die sich meist über einen Anwalt meldeten.

In der Aufarbeitung der Geschehnisse im Zusammenhang mit dem G20-Gipfel werden bislang mehr als 3500 Ermittlungsverfahren geführt, davon nach Polizeiangaben über 800 Verfahren gegen rund 900 namentlich bekannte Beschuldigte.