Hamburg-Jenfeld

Mann in Keller eingesperrt: Er musste Marihuana züchten

Die Marihuana-Plantage, die der Gefangene in Jenfeld betreuen musste.

Die Marihuana-Plantage, die der Gefangene in Jenfeld betreuen musste.

Foto: Polizei Hamburg

Ein Erpresser hat einen 34-Jährigen in Hamburg-Jenfeld eine Woche gefangen gehalten. Nur Geld zu erbeuten, reichte ihm dabei nicht.

Hamburg. Für das Opfer muss es ein Martyrium gewesen sein: Ein 34 Jahre alter Mann ist eine Woche lang von einem Erpresser in einem dunklen Kellerraum in Hamburg-Jenfeld gefangen gehalten worden. Darin war nichts weiter als eine Matratze mit Decke, Kerzen und ein paar Getränke. Offenbar wollte der Täter auf diese Weise mehrere Tausend Euro von dem Opfer erpressen.

Doch der 34-Jährige wurde von seinem Peiniger, einem ebenfalls 34 Jahre alten Mann aus der Türkei, nicht nur gefangen gehalten: Nach Angaben der Polizei soll der Täter sein Opfer auch dazu gezwungen haben, eine Marihuana-Plantage zu betreuen. Dabei handelte es sich offenbar um eine große professionelle Anlage mit mehr als 200 Pflanzen.

Flucht bei Betreuung der Marihuana-Plantage

Zumindest erwies sich diese demütigende Aufgabe aber als Glück im Unglück für den Gefangenen: Während er sich um die Pflanzen kümmerte, gelang es ihm, sich der Kontrolle seines Entführer zu entziehen. Er konnte fliehen, seine Eltern alarmierten die Polizei.

Am Mittwoch gegen 14.25 Uhr stürmten schließlich Beamte zwei Wohnungen an der Oppelner Straße und an der Straße Bei den Höfen in Jenfeld. In einer der Wohnungen fanden die Polizisten die professionelle Marihuana-Plantage.

Erpresser wegen Menschenraubes vor Haftrichter

In der zweiten Wohnung entdeckten sie den Tatverdächtigen – zusammen mit einer geringen Menge Kokain und Marihuana, sowie einer Schreckschusswaffe. Auch der Kellerraum, in dem das Opfer vermutlich gefangen gehalten wurde, befand sich hier.

Der Erpresser kam vor einen Haftrichter und muss sich nun unter anderem wegen Menschenraubes verantworten.