HSV  gegen FC St. Pauli

Polizei rechnet mit mehr als 1000 gewaltbereiten Fans

Polizeisprecher Timo Zill vor dem Spiel HSV-FC St. Pauli

Vor dem Stadtderby zwischen dem HSV und dem FC St. Pauli informiert Polizeisprecher Timo Zill über die Sicherheitsvorkehrungen.

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Manche reisen sogar aus dem Ausland an. Schon am Tag vor dem Spiel kann es zu Ausschreitungen kommen.

Hamburg. Es soll ein Fußballfest werden, wie Hamburg es seit langer Zeit nicht mehr erlebt hat: Am Sonntag um 13.30 Uhr kommt es im Volksparkstadion zum ersten Derby zwischen dem HSV und dem FC St. Pauli seit siebeneinhalb Jahren. Doch über dem Zweitliga-Duell liegt ein Schatten. Die Polizei geht davon aus, dass rund um das Spiel mehr als 1000 gewaltbereite Fans aufeinandertreffen werden. Rund 300 von ihnen reisen nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden von auswärts oder teilweise sogar aus dem Ausland an. Es drohen massive Auseinandersetzungen vor allem auf dem Kiez und im Umfeld des Stadions in Stellingen.

St.-Pauli-Pressesprecher Christoph Pieper zum Stadtderby
HSV gegen St. Pauli: St.-Pauli-Pressesprecher Christoph Pieper zum Stadtderby

Die Polizei will versuchen, mit einem Großaufgebot die verfeindeten Fans auseinanderzuhalten. Rund 370 gewaltbereite Anhänger werden aktuell dem HSV zugerechnet. Verstärkt wird diese Gruppe, so Polizeiexperten, durch eine „Problemklientel“ der Vereine FC Kopenhagen, Hannover 96, Arminia Bielefeld, VfB Lübeck und Glasgow Rangers. Insgesamt wird mit bis zu 550 militanten Personen, darunter etwa 130 Hooligans, auf der „HSV-Seite“ gerechnet.

Auch fanatische Fans anderer Vereine

Der FC St. Pauli hat mit 370 gewaltbereiten Fans eine gleich große Problem-Anhängerschaft wie der HSV. Unterstützt wird diese voraussichtlich von fanatischen Fans der Vereine FC Bayern, Werder Bremen, Babelsberg, Celtic Glasgow und von gewaltbereiten Personen aus Prag. Insgesamt wird auf der „St.-Pauli-Seite“ von bis zu 580 hoch aggressiven Anhängern ausgegangen. Zusätzlich könnte es, so die Befürchtung der Polizei, bei Auseinandersetzungen zu einer Unterstützung von militanten Linksautonomen aus dem Flora-Umfeld kommen.

Das Derby: Ein Auszug für Zahlenfreunde

Bereits am Freitag, spätestens aber am Sonnabend werden die ersten Pro­blem-Fans, darunter auch Hooligans, aus dem Ausland anreisen. Die Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass die HSV-Unterstützer sich vor allem auf dem Kiez rund um den Hans-Albers-Patz aufhalten werden. Die gewaltbereite Szene vom FC St. Pauli, so glauben die Experten, werden wie eine „Bürgerwehr“ Treffpunkte wie das Shebeen, den Fan-Laden oder das Jolly Roger bewachen. Sollten in diesem Bereich Anhänger des HSV auftauchen, sei mit „sofortiger massiver körperlicher Gewalt“ zu rechnen, warnt die Polizei.

Gefahr auch nach dem Spiel

Am Spieltag werden etwa 1500 der 5000 Anhänger des FC St. Pauli, die Tickets für das Spiel im Volksparkstadion haben, als geschlossene Gruppe im Rahmen eines „Fanmarsches“ nach Stellingen laufen. Auch dabei werden Störungen durch Anhänger des HSV erwartet.

Die Polizei schließt auch nicht aus, dass gewaltbereite Fans versuchen könnten, Stadiontore zu durchbrechen, um unkontrolliert auf die Tribünen zu kommen. Auch nach dem Spiel ist die Gefahr nicht vorbei: Kleingruppen der verfeindeten Seiten könnten versuchen, jeweils gegnerische Fans zu attackieren. Auch auf solche Zwischenfälle bereiten sich die Einsatzkräfte vor.

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