Hamburg-Hamm

Mord im fahrenden Auto - der "dritte Mann" hat geschossen

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Am Montagabend war Ali C. auf dem Fahrersitz des Wagens gestorben. Die Polizei sucht jetzt einen "Antonio". Er soll Ali C. getötet haben.

Hamm. Der Mann, der Ali C. am Steuer seines schwarzen C-Klasse-Mercedes erschossen hat (wir berichteten), ist noch nicht identifiziert. Nach mehreren Zeugenaussagen soll es sich um einen "Antonio" gehandelt haben, der sich auf dem Rücksitz der Limousine befunden und dann den 28 Jahre alten Fahrer niedergestreckt haben soll. "Antonio" ist offenbar abgetaucht. Die Mordkommission ermittelt.

Am Montagabend war Ali C. auf dem Fahrersitz des Wagens gestorben. Der Wagen hatte - nachdem C. leblos über dem Steuer zusammengesackt war - am Dobbelersweg mehrere geparkte Autos gerammt und den Radfahrer Michael W. angefahren und verletzt. Dann war der Mercedes in eine Grünanlage gerast und mit hoher Geschwindigkeit gegen einen Baum geprallt. Kenan K., ein 26-jähriger Freund des Fahrers, der auf dem Beifahrersitz saß, wurde bei dem Aufprall schwer verletzt. Ali C. war nach Erkenntnissen von Rechtsmedizinern bereits tot, als der Wagen zum Stillstand kam. Der Beifahrer konnte trotz seiner schweren Verletzungen noch eine erste Aussage zum Vorgang machen, den die Polizei zunächst als Unfall wertete. Demnach hatte es einen Streit im Wagen gegeben, dann einen Knall. Ali C. habe das Lenkrad verrissen, der Mann auf der Rückbank sich in Stuntman-Manier aus dem fahrenden Auto rollen lassen.

Ballistiker glichen die vermutete Flugbahn der Pistolenkugel mit den Schilderungen des Beifahrers ab. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass der Schuss tatsächlich von der Rückbank des Mercedes abgegeben worden sein müsse, K. selbst also nicht als Täter in Betracht komme. Der Mitfahrer namens "Antonio" soll ein Bekannter von Ali C. und Kenan K. gewesen sein. Am Montagabend seien die drei Männer "ziellos umhergefahren", wie Kenan K. die Polizei wissen ließ. Der Getötete und der Schwerverletzte sind bei der Polizei keine Unbekannten. Beide waren in der Vergangenheit unter anderem durch Drogendelikte aufgefallen.

Polizeisprecher Andreas Schöpflin sagte gestern, es sei nicht auszuschließen, dass der Schuss sich versehentlich gelöst habe. Die Kugel drang seitlich in den Oberkörper des 28-Jährigen ein und tötete ihn sofort. Weitere Details wollten Polizei und Staatsanwaltschaft gestern aus kriminaltaktischen Gründen nicht preisgeben. Die Ermittlungen laufen, die verdeckte Fahndung nach "Antonio" ebenso. Wenn diese Maßnahmen ergebnislos verlaufen, könnte öffentlich nach dem Verdächtigen gefahndet werden. Derzeit werten die Ermittler Aufzeichnungen diverser Überwachungskameras aus, auf denen Täter und Opfer vor der Tat zu sehen sein könnten.

( (jel) )

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