Polizei

40 Peterwagen bei Randale-Party in Hamburg

Als auf der Geburtstagsfeier das Bier ausgeht, kommt es zur Gewalt. Die Polizei rückt aus der ganzen Stadt an. Die Beamten werden attackiert.

Billwerder. Als ihnen der Alkohol ausging und kein Nachschub in Sicht war, gingen sie erst auf ihren Wirt los und legten sich schließlich sogar mit der Polizei an. Vier Gäste einer privaten Geburtstagsfeier in einem Jugend- und Vereinsheim am Mittleren Landweg wurden in der Nacht zum Sonntag festgenommen, nachdem sie sich einen handfesten Streit mit der Polizei geliefert hatten, 18 weitere Randalierer kamen vorübergehend in Gewahrsam.

Die Polizei, die mehr als 40 Streifenwagen-Besatzungen an dem Gelände des Eisenbahner Turn- und Sportvereins zusammenzog, brauchte eine Stunde, um die Lage in den Griff zu bekommen.

Die private Geburtstagsparty hatte am frühen Abend zunächst friedlich begonnen. Knapp 80 Heranwachsende waren bei eisigen Temperaturen in das Vereinsheim nahe dem großen Sport- und Baseballplatz gekommen, hatten ausgiebig gezecht. Möglicherweise, weil die Party zu knapp kalkuliert worden war, löste sich gegen Mitternacht der Alkoholvorrat auf.

Gegen 1 Uhr am frühen Morgen konnte der Wirt des Vereinsheims dann kein Bier mehr ausschenken, die Zapfhähne blieben leer, was bei den teils bereits stark betrunkenen Zechern Empörung auslöste. Sie pöbelten den 38 Jahre alten Betreiber des Vereinsheims, einen Deutschen mit türkischen Wurzeln, an. Als die Beleidigungen stärker wurden, ausländerfeindliche Sprüche fielen, der "Hitlergruß" gezeigt wurde und der 38-Jährige Angst haben musste, angegriffen zu werden, alarmierte er die Polizei.

Als mehrere Peterwagen vor dem Partygelände vorfuhren und die Feier beendeten, wurden die Beamten nicht nur verbal attackiert. Mehrere Männer griffen die Polizisten an, die sich mit Schlagstöcken und Pfefferspray zur Wehr setzten.

Aus der gesamten Hansestadt wurden daraufhin Peterwagen-Besatzungen an den Mittleren Landweg geordert. Obwohl den knapp 80 Gästen kurz darauf mindestens genauso viele Polizisten gegenüberstanden, hatten die Beamten alle Mühe, die aggressiven jungen Männer in Schach zu halten.

Immer wieder kam es zu Auseinandersetzungen, bei denen mindestens ein Polizist verletzt wurde. Mit einem gezielten Faustschlag schlug ein 20-Jähriger einem Hundeführer ins Gesicht und brach ihm die Nase. Als der Betrunkene mit seinem Knie weiter auf den Beamten eintreten wollte, wurde er von dem Polizeihund ins Bein gebissen. Der 32-jährige Polizist kam wenig später in ein Krankenhaus.

Im Laufe des Abends nahm die Polizei zahlreiche Jugendliche in Gewahrsam. Der 20-Jährige und drei weitere Gewalttäter, darunter ein anderer 20-Jähriger und zwei 18-Jährige, wurden vorläufig festgenommen. Sie müssen sich wegen Körperverletzung und Widerstands gegen Polizeibeamte verantworten. Da ausländerfeindliche Parolen fielen, ermittelt auch die Staatsschutzabteilung im Landeskriminalamt.