Polizei Hamburg

Bekennung nach Anschlägen mit Farbe und Böllern

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Böller im Garten von Generalbundesanwältin Harms, Auto des GdP-Chefs Freiberg ruiniert und Farbkugeln auf das Haus von Senator Vahldieck.

Uhlenhorst. In einem zweiseitigen, mit Maschine geschriebenen Brief haben "autonome gruppen" sich zu dem Farbanschlag auf das Wohnhaus des Innensenators Heino Vahldieck auf der Uhlenhorst und das Auto des Polizeigewerkschaftschefs Konrad Freiberg bekannt. Die Linksautonomen verweisen in dem Schreiben auf einen dritten Anschlag: Demnach hätten sie Böller in den Vorgarten des Hauses von Generalbundesanwältin Monika Harms geworfen. Die Polizei bestätigte den Knallkörper-Anschlag.

"Es stimmt. Wir hatten am Haus der Generalbundesanwältin einen derartigen Vorfall", sagt Polizeisprecher Mirko Streiber. "Der Staatsschutz ermittelt ebenso wie im Fall des Farbanschlags auf das Mehrfamilienhaus, in dem Senator Vahldieck wohnt." Die Anschläge waren in der Nacht zu Freitag verübt worden. Eine Nacht zuvor hatten die bislang unbekannten Täter in Lohbrügge den Mercedes von Konrad Freiberg massiv beschädigt. In ihrem Bekennerschreiben nennen die "autonomen gruppen" eine ganze Reihe von Gründen für ihre Taten. Hauptpunkt: die bevorstehende Innenministerkonferenz in Hamburg. "Wenn sich im November die Akteure der sogenannten "inneren sicherheit" treffen, wollen wir nicht nur zusehen, sondern schon jetzt unseren Teil für eine gelungene Veranstaltung beitragen", heißt es in dem Brief, der am Wochenende beim Abendblatt einging.

Verschiedene Geheimdienste, so schreiben die Verfasser, würden seit Jahresbeginn umfangreiche Abhöraktionen und Observationen in der linken Szene durchführen. Dies geschehe, weil die Bundesanwaltschaft zu Jahresbeginn vor einer wachsenden Gefahr von links gewarnt hatte. Die Polizeigewerkschaft und Hamburgs Innensenator würden zudem nach "einem starken Staat und verschärften Gesetzen" schreien, um "ihre Schlägertruppen vor den ach so übermächtigen Chaoten zu schützen" Die "autonomen gruppen" formulieren ihre Ziele so: "Wir wollen ein selbstbestimmtes Leben, frei von Kontrolle und Überwachung. Wir alle sind die Unruhe, wir alle sind die Revolte, wir alle sind das Leben!"

Innensenator Heino Vahldieck hatte bereits am Tag nach dem Anschlag auf sein Uhlenhorster Wohnhaus seine Bereitschaft zu einer Diskussion signalisiert. Vahldieck: "Dann aber bitte so, wie es in einem demokratischen Rechtsstaat üblich ist." Vom 13. bis zum 19. November werden unter seinem Vorsitz die Innenminister der Länder in Hamburg tagen. Die Staatsschutz-Abteilung der Kripo rechnet damit, dass es im Vorwege und während der Tagung weitere Taten linksautonomer Tätergruppen geben könnte.

( (jel) )

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