Landgericht Lüneburg

Angeklagter im Keks-Prozess freigesprochen

abendblatt.de

Der 52-Jährige, der Kekse aus einem Müllcontainer genommen haben soll, ist vor dem Landgericht Lüneburg freigesprochen worden.

Lüneburg. Im sogenannten Keks-Prozess ist der 52-jährige Angeklagte vor dem Landgericht Lüneburg freigesprochen worden. Die Staatsanwaltschaft teilte das Urteil am Montagnachmittag mit. Dem Polit-Aktivisten Karsten Hilsen war vorgeworfen worden, Kekse im Sommer 2010 aus der Mülltonne einer Großbäckerei an sich genommen und dabei Hausfriedensbruch begangen zu haben. Im Vordergrund stand dabei nicht die Frage, ob das „Containern“ genannte Entnehmen abgelaufener Lebensmittel aus dem Abfall legal ist.

Die Staatsanwaltschaft hatte angeboten, das Berufungsverfahren gegen den 52-Jährigen einzustellen, wenn sich der Angeklagte geständig zeigen würde. Das lehnte Hilsen jedoch ab, sein Verteidiger forderte eine Einstellung. Der 52-Jährige hatte für das Betreten ethische Gründe angegeben. Man könne nicht zugucken, wenn genießbare Lebensmittel weggeworfen werden.

Das Urteil wurde überraschend verkündet. Prozessbeobachter hatten mit weiteren Verhandlungstagen gerechnet. Zuletzt hatte der Inhaber des Konditorei-Betriebes gesagt, dass dem Unternehmen kein Schaden entstanden sei.

(dpa/abendblatt.de)

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