GdP-Hamburg-Chef im Visier des Staatsanwalts

Korrupt? Ermittlungen gegen Polizei-Gewerkschaftschef

André Bunkowsky bestreitet die Vorwürfe: „Ich bin mir sicher, dass sich diese strafrechtlichen Vorwürfe als unbegründet erweisen werden."

Hamburg. Kriminaloberrat André Bunkowsky ist von seinem Posten als Hamburg-Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP) zurückgetreten. Hintergrund sind staatsanwaltliche Ermittlungen gegen den Polizisten. Im Raum steht der Vorwurf der Korruption. So soll er am Polizeicomputer die Halterdaten eines Wagens abgefragt, weitergegeben und dafür eine Gegenleistung erhalten haben. Dieser Verdacht ist bei Ermittlungen in einem bandenmäßigen Diebstahlsverfahren in Niedersachsen aufgekommen. Wilhelm Möllers, Sprecher der Staatsanwaltschaft: „Wir ermitteln sowohl wegen des Verdachts des Geheimnisverrats als auch im Hinblick auf ein Korruptionsvergehen.“



Bunkowsky bestreitet die Vorwürfe: „Davon bin ich überrascht. Ich bin mir sicher, dass sich diese strafrechtlichen Vorwürfe als unbegründet und haltlos erweisen werden.“ Zwar hätten sich die Ermittlungen aus seiner Tätigkeit als Polizeibeamter ergeben. „Um jedoch Schaden von der GdP abzuwenden, lasse ich bis zur Klärung der Vorwurfslage und solange die Ermittlungen laufen mein Ehrenamt als Landesvorsitzender der GdP Hamburg ruhen.“ Die Geschäfte übernimmt ab sofort kommissarisch Bunkowskys Vertreter Uwe Koßel.


Bunkowsky war wie berichtet bereits Anfang Juli als Leiter der Polizeiwache in Osdorf abgelöst worden. Offiziell war dies mit seiner hohen Belastung als Gewerkschaftschef begründet worden. Er arbeitet seitdem in einer Projektgruppe, die sich mit der demografischen Entwicklung und deren Auswirkung auf die Innere Sicherheit befasst. (sba)