Hamburg-Kolumne

Günther Jauch, wie ihn kaum jemand kennt

Weinkenner Michael Kutej hatte in der Handelskammer sichtlich Spaß daran, den Wein von Günther Jauch zu probieren.

Weinkenner Michael Kutej hatte in der Handelskammer sichtlich Spaß daran, den Wein von Günther Jauch zu probieren.

Foto: Andreas Laible / Andreas Laible / FUNKE Foto Services

Anekdoten aus der Gesellschaft, Rück- und Vorblicke auf Veranstaltungen – und alles über die wichtigsten Köpfe der Stadt.

Hamburg. Wenn Günther Jauch irgendwo auftaucht, ist er normalerweise von Kamerateams und Fotografen umgeben. Bei seinem (besonderen) Auftritt in Hamburg in dieser Woche hatte der TV-Moderator („Wer wird Millionär?“) ausnahmsweise seine Ruhe. Das lag einerseits daran, dass kaum jemand wusste, dass Jauch in der Stadt ist. Und das lag andererseits daran, dass er hier in einer Rolle war, in der ihn die meisten Menschen noch nicht erlebt haben: nämlich als Winzer. Jauch gehört das Weingut Von Othegraven an der Saar. Vor genau zehn Jahren hat er es mit seiner Frau Thea übernommen, inzwischen geht das Ehepaar zusammen mit anderen Top-Winzern regelmäßig auf Tour durch Deutschland, um seine beste Weine vorzustellen.

Diese Woche machten die VDP Prädikatsweingüter in Hamburg Station. In der Handelskammer präsentierten rund 140 Hersteller ihre sogenannten Großen Lagen, das ist die Bezeichnung für ausgewählte, zertifizierte (und meist teure) Rebsorten. Das Prinzip: Händler, Gastronomen und anderes Fachpublikum gingen (jeder mit einem eigenen Glas) von Stand zu Stand, probierten die neuen Weine – und trafen dabei bei Von Othegraven auf Günther und Thea Jauch, die zwei Rieslinge ausschenkten. Getestet hat sie unter anderem Michael Kutej, geschäftsführender Gesellschafter der Hanse Lounge und Gastgeber im Weinpodcast „Vier Flaschen“ (www.abendblatt.de/podcast): „Der Bockstein Riesling von den Jauchs war für mich eine der Entdeckungen der Verkostung“, sagt Kutej. „Der hat mich richtig angemacht, war wild und spannungsgeladen.“ Kutej kennt Jauch schon länger, der TV-Star sei ein leidenschaftlicher Winzer, der wie selbstverständlich auf Messen wie der VDP Tour dabei sei. Das galt auch für einen Mann, den man nicht aus dem Fernsehen, dafür in der Weinbranche umso mehr kennt: Clemens Busch, einer der ersten Bio-Winzer Deutschlands, war nach Hamburg gekommen. Alle Winzer freuten sich über die guten Erträge des Jahres 2018 – und nicht wenige gaben zu, dass sie zu den Gewinnern des Klimawandels gehören.

Viel Beifall von Prominennten für "Eine verhängnisvolle Affäre" in den Kammerspielen

So groß war das Promi-Aufkommen in den Hamburger Kammerspielen lange nicht. Grund war die deutschsprachige Erstaufführung von „Eine verhängnisvolle Affäre“, 33 Jahre, nachdem der US-Psychothriller mit Michael Douglas und Glenn Close zum Kino-Hit wurde. In der Bühnenadaption des Regisseurs Christian Nickel spielt Michael von Au einen verheiratetenn New Yorker Rechtsanwalt auf Abwegen, Alexandra Kamp die Femme fatale, die sich nach der kurzen Affäre als rachsüchtige und wahnsinnige Stalkerin entpuppt. Nicht nur Hamburger Schauspieler wie Marion Martienzen, Andrea Lüdke oder Victoria Fleer, sondern auch Bestsellerautorin Ildiko von Kürthy, Fernsehmoderator und Film-Fan Steven Gätjen, „Tagesschau“-Legende Jo Brauner und Satire-Altmeister Henning Venske zollten Ensemble und Regieteam minutenlang Beifall. In Reihe vier applaudierten auch die Schauspiel-Stars Markus Boysen und Dieter Hallervorden (84). Der Chef des Schlosspark Theaters war mit seiner Ehefrau eigens aus der Hauptstadt angereist und quittierte insbesondere die Leistung seines Berliner Kollegen von Au mit lauten „Bravo!“-Rufen. Das Stück läuft in den Kammerspielen noch bis zum 7. März.

Neujahrsempfang für Frauen im Luxushotel "The Fontenay"

Ein Neujahrsempfang nur für Frauen. Gibt es das? Ja, das gab es, zumindest in dieser Woche. 120 Frauen aus der Hamburger Wirtschaft, Politik, Forschung und Lehre folgten nämlich der Einladung von Marketing-Expertin Katrin Wachholz zum Neujahrsempfang der „Hamburg Women connect“ ins Luxushotel The Fontenay an die Alster. Auf dem Podium saßen Carola Garbe und Catherine-Marie Koffnit. Die beiden teilen sich seit März 2018 einen Job bei der DB Netz AG und sind hier für 4900 Mitarbeiter zuständig. „Man hat seinen eigenen Coach immer mit dabei. Zwei Sichtweisen auf die Aufgaben schaffen oft ganz neue, kreative Lösungen und die Verbindung und Ergänzung der verschiedenen Fähigkeiten machen ein Führungsteam unschlagbar“, sagte Garbe über die Arbeitsteilung. Und Koffnit erzählte, dass es wichtig sei bei diesem Modell, dass man kein Alpha-Tier sei. Unter den Gästen waren unter anderem Judith Fuchs-Eckhoff (Direktorin, Hotel Louis C. Jacob GmbH), Kunstagentin Jenny Falckenberg, Schauspielerin Lilli Hollunder und Journalistin Ilka Peemöller.

Joey Kelly zu Gast im neuen Audi-Terminal von Auto Wichert

Die Kelly Family ist eine große und weit gereiste Sippe – seit mehr als 40 Jahren. Der Ausdauerndste der musikalischen Pop- und Folk-Familie ist ohne Zweifel Extremsportler Joey Kelly. Bei seiner Hamburger Lesung am Mittwochabend ging es mal nicht um seine Leistungen im Ultra-Triathlon oder -Marathon, sondern um die „Bulli Challenge“. Joey Kelly (inzwischen 47) war mit dem ersten Auto der Kelly-Family, einem VW T1, der älter ist als er selbst, und seinem Sohn Luke ohne Geld von Berlin nach Peking gereist. Diesen Roadtrip über 11.000 Kilometer hat Kelly zu einem Abenteuerbuch verarbeitet.

Dass sein rund einstündiger Vortrag vor 200 Besuchern im neuen Audi-Terminal von Auto Wichert stattfand, hatte einen Grund: Der Bulli war im Vorjahr dort restauriert worden. Gastgeber und Auto-Wichert-Geschäftsführer Bernd Glathe veranlasste, dass ein Teil der Ticket-Erlöse, aufgerundet 1000 Euro, als Spende an die Stiftung Mittagskinder fließt.

NDR verabschiedet Hörfunk-Chefredakteurin Claudia Spiewak

38 Jahre beim NDR sind eine lange Zeit – dementsprechend persönlich und warmherzig geriet der Abschied von Claudia Spiewak, die bis diese Woche Hörfunk-Chefredakteurin und Leiterin von NDR Info war. Intendant Joachim Knuth verabschiedete die Vollblutjournalistin mit vielen persönlichen Anekdoten. Er erinnerte an gemeinsame Zeiten „unserer Sturm-und-Drang-Phase“ bei NDR 2 und zwei Karrierewege, die sich immer wieder kreuzten. „Ich habe mit kaum jemandem so eng zusammengearbeitet wie mit dir“, sagte Knuth. Er lobte ihre besonnene Art, mit der ihr stets gelang, manche Kollegen von den Erregungsbäumen beim NDR zu holen.

Eine sichtlich bewegte Claudia Spiewak erinnerte an wunderbare Jahre im Funkhaus an der Ro­thenbaumchaussee. Manche „mittelhochtief graumelierte Tage“ habe sie vergessen, nun wisse sie sicher, es gebe keinen besseren Job. „Die journalistische Freiheit ist ein unendlich kostbares Gut“, sagte Spiewak. Mit Jobst Plog und Lutz Marmor mischten sich auch ehemalige Intendanten unter die Kolleginnen und Kollegen, die Abschied nahmen. Als Geschenk gab es eine Spezialausgabe des Satire-Magazins „Intensiv-Station“. 40 Minuten nur mit Texten und Liedern für Claudia Spiewak.

Franziska Weisz rockte den Bahnhof Pauli mit ihrer Band

Das hatte Stil. Im Bahnhof Pauli gab es in der vergangenen Woche eine Preview des Tatorts „Die goldene Zeit“. Der Krimi, der am Sonntag, 9. Februar, um 20.15 Uhr in der ARD gezeigt wird, handelt von einem Auftragsmord auf dem Kiez. Cast und Crew um die beiden Ermittler Wotan Wilke Möhring und Franziska Weisz waren gekommen, um den Film vorzustellen. Möhring und Weisz ermitteln zum siebten Mal gemeinsam vor der Kamera. „In unserem ersten Fall war Falke der Ermittler und Grosz nur die Episodenhauptrolle“, erinnert sich die Österreicherin. „Es war ein weiter Weg bis hierhin. In diesem Film gibt es endlich Vertrauen und eine Belastbarkeit zwischen beiden.“

Im Anschluss an die Preview trat Weisz zusammen mit der österreichischen Band Jawoi! auf, rockte das Haus und zeigte, dass sie nicht nur vor der Kamera gut ist, sondern auch eine formidable Sängerin.

Marius Jürke ist neuer Restaurantmanager im Haerlin

Kulinarisch wird im Vier Jahreszeiten einiges geboten. Nun hat das Luxushotel einen neuen Restaurantmanager für den mit Zwei-Michelin-Sternen ausgezeichneten Gourmettempel Haerlin verpflichtet. Sein Name ist Marius Jürke. Der 31-Jährige absolvierte seine Ausbildung zum Hotelkaufmann im Hotel Residencé in Essen. Es folgten Stationen auf dem Kreuzfahrtschiff „MS Europa“, als stellvertretender Sommelier im Sternerestaurant Tantris in München und als Restaurantmanager im Hotel Ritter in Durbach im Schwarzwald. Vier-Jahreszeiten-Direktor Ingo C. Peters ist sicher, dass sein neuer Mitarbeiter das Haus „mit seiner Expertise bereichern wird“.

Prominente kellnern für guten Zweck in Polettos Palazzo

In die Schürzen, fertig, los! Am 5. Februar kellnern Prominente wieder für einen guten Zweck in Cornelia Polettos Palazzo im Spiegelpalast vor den Deichtorhallen. Der Erlös kommt dem Lufthafen im Altonaer Kinderkrankenhaus (AKK) zugute. So werden unter anderem die Schauspieler Nova Meierhenrich, Matthias Schloo, Rhea Harder, Sarah Masuch und Yasmina Filali, die Moderatoren Susanne Böhm, Sandra Maahn, Dennis Wilms und Hinnerk Baumgarten, Liedermacher Rolf Zuckowski und Ex-Boxerin Ina Menzer ihr Talent am Teller beweisen und das Service-Team beim Auftischen des Vier-Gänge-Menüs unterstützen. Spitzenköchin Cornelia Poletto ist Schirmherrin der Klinik und serviert auch mit. Ihr Tipp an die Aushilfskellner: „Zieht euch bloß bequeme Schuhe an!“ Tickets für die Show und das Menü gibt es unter dem Stichwort „Lufthafen“ ab 99 Euro. Einlass ist um 18.30 Uhr, Beginn um 19.30 Uhr (Deichtorstraße 1, Tel. 85 38 89 67, E-Mail an service@palazzo.org).

Bundesverdienstkreuz für Lutz Johannsen von der Aids-Hilfe Hamburg

Es ist für Lutz Johannsen selbstverständlich, sich ehrenamtlich zu engagieren. Seit 1989 ist er in der Aids-Hilfe Hamburg ak­tiv, seit 2008 auch als Aufsichtsratsmitglied für den Verein tätig. Außerdem hat er maßgeblich an der Gründung der Hamburgischen Regenbogenstiftung mitgewirkt. Nun stand Johannsen, der von seinem Ehemann Uwe Johannsen begleitet wurde, im Mittelpunkt. Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank zeichnete den 59-Jährigen im Rathaus mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse aus: „Lutz Johannsen setzt sich seit vielen Jahren mit Mut, Ausdauer und Optimismus für Menschen mit HIV und Aids sowie für die Akzeptanz unterschiedlicher Lebens- und Liebensweisen ein.“