Hamburg

Mehr Umweltbewusstsein, weniger Müll im Knast gefordert

In Hamburgs Gefängnissen soll es umweltfreundlicher zugehen (Symbolbild).

In Hamburgs Gefängnissen soll es umweltfreundlicher zugehen (Symbolbild).

Foto: dpa

Die Häftlinge in Hamburgs Gefängnissen erhalten ihr Essen häufig auf Einwegschalen aus Aluminium. Geht gar nicht, sagt die CDU.

Hamburg. Die CDU in der Bürgerschaft fordert zu Müllvermeidung in den Hamburger Gefängnissen einen stärkeren Einsatz von Mehrweggeschirr. Es sei unverständlich, „dass in den Hamburger Justizvollzugsanstalten das Essen Tag für Tag in Einweg-Aluminium-Menüschalen ausgegeben wird“, heißt es in einem Antrag für die Bürgerschaft. So wurden laut einer Senatsantwort auf eine Kleine Anfrage der CDU allein im vergangenen Jahr 556.000 solcher Aluminium-Schalen zur Essensausgabe genutzt und weggeworfen. „Hinzu kommen 2,2 Millionen kleinere Plastikbehälter. Das ist absolut inakzeptabel“, heißt es in dem Antrag.

Eine solche Praxis stehe dem vom rot-grünen Senat proklamierten nachhaltigen Regierungshandeln entgegen, sagte der Justizexperte der Fraktion, Richard Seelmaecker, der Deutschen Presse-Agentur. „Wasser predigen und Wein trinken. Anders kann man das Verhalten des grünen Justizsenators (Till Steffen) in Sachen Umweltschutz nicht mehr bezeichnen.“

1700 Insassen erhalten Essen in Alu-Einwegverpackungen

Sehenden Auges würden „tagein tagaus riesige Müllberge“ produziert, sagte Seelmaecker. „Obwohl sogar in der Jugendanstalt, in der das Gewaltpotenzial der jugendlichen und heranwachsenden Gefangenen bekanntermaßen höher ist als bei den meisten erwachsenen Insassen, das Essen in Mehrweggeschirr ausgegeben wird, serviert man allen anderen rund 1700 Insassen das Essen lieber täglich in Alu-Einwegverpackungen.“ Völlig unverständlich sei zudem, warum sogar die Vollzugsbediensteten teils Einweggeschirr erhielten.

Der Senat hatte in seiner Antwort darauf verwiesen, dass bei der Wahl des Geschirrs neben Hygiene, Praktikabilität und Ressourcenschonung auch sichergestellt sein müsse, dass „die Verpackungen und Servierutensilien nicht für andere, die Sicherheit gefährdende Zwecke verwendet werden“ können.

Mülltrennung spiele bei Resozialisierung keine Rolle

Seelmaecker bemängelte auch, dass bei der von Steffen „stets so selbst gelobten“ Resozialisierung der Gefangenen das Thema „Mülltrennung“ keine Rolle spiele. „Bislang scheint er noch nicht einmal drüber nachgedacht zu haben, dies den Gefangenen beibringen zu lassen“, sagte er.

„Immer nur von Umweltschutz zu reden, macht unsere Umwelt nicht sauberer“, argumentiert die CDU. „Deswegen fordern wir den Senat auf, den Anfall von Verpackungsmüll in den HamburgerHaftanstalten drastisch zu reduzieren und die selbst gesetzten Ziele einer nachhaltigen Politik nicht weiter zu missachten.“