„Mehr als Alster-Rundkurs für Radler nötig“

Politik und ADFC fordern auch in der Innenstadt mehr Platz für Räder. Hochbahn arbeitet Bike-&-ride-Konzept aus

Hamburg. Die Hochbahn erstellt im Auftrag der Stadt ein Bike-&-ride-Entwicklungskonzept. Die Ergebnisse sollen in Kürze veröffentlicht werden. Eins ist sicher: Bis 2025 soll die Zahl der Fahrradabstellplätze an den U- und S-Bahnhaltestellen von 16.000 auf 28.000 erhöht werden – weil der Bedarf erheblich gestiegen ist und an einigen Haltestellen Kapazitätsengpässe bestehen.

Es ist kein Geheimnis, dass sich Hochbahnchef Günter Elste seit Jahren um einen Ausbau der Abstellmöglichkeiten bemüht. Insbesondere die chaotischen Verhältnisse im Umfeld der Haltestelle Kellinghusenstraße sollen ihm ein Dorn im Auge sein. Dort stehen 224 Abstellplätze zur Verfügung, aber an guten Tagen werden dort wohl bis zu 1000 Fahrräder abgestellt. Dementsprechend chaotisch ist die Situation vor Ort. Deshalb ist Elste wohl besonders wichtig, dass die Ergebnisse des Bike-&-ride-Konzepts aus seinem Hause zügig umgesetzt werden. Unternehmenssprecher Christoph Kreienbaum sagte: „Wir begrüßen den politischen Willen, das Umfeld aufzuwerten. Dieses gilt gerade für Fahrräder, denn die vernetzte Mobilität wird immer wichtiger.“

Auch die CDU setzt sich für mehr Platz für Radfahrer an den Haltestellen ein. Verkehrsexperte Klaus-Peter Hesse kritisiert: „Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) und Verkehrssenator Frank Horch (parteilos) müssen endlich akzeptieren, dass zur Förderung des Radverkehrs mehr als nur ein Rundkurs um die Alster gehört.“ Damit spielte Hesse auf die Pläne der Stadt an, dass künftig rund um die Alster Fahrradstraßen entstehen sollen.

Aber auch in der Hamburger City gibt es noch viele Engpässe: „In der Innenstadt müssten mehr Fahrradabstellplätze geschaffen werden. Hier muss die Stadt investieren“, sagte Dirk Lau, Vorstand vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) in Hamburg. Das sieht Grünen-Verkehrsexperte Till Steffen ähnlich: „Ein Autostellplatz sollte auch mal zu einer Fahrradparkfläche umgewidmet werden, denn wo sonst nur ein Auto steht, passen zehn Räder hin.“