Neue Hochbahn-Linie

U5 soll entweder über Ottensen oder Hoheluft führen

Für das 3,5 Milliarden Euro schwere Projekt zwischen Osdorfer Born und Steilshoop gibt es zwei Varianten. Streckenausbau ist laut Senator Horch nur unterirdisch möglich. Hochbahn-Chef Elste sieht „vielfältige Chancen“.

Hamburg. Verkehrsbehörde und Hochbahn haben am Mittwoch neue Details zur geplanten Hamburger U-Bahnlinie 5 vorgestellt. Demnach sind für die Streckenführung vom Osdorfer Born nach Steilshoop zwei Alternativen denkbar. Variante Nord würde die Haltepunkte Universität, Hoheluft und Lokstedt beinhalten und dadurch die Metrobuslinien 2, 3, 5, 6, 7, 21 und 22 entlasten. Bei Variante Süd würden Altona Altstadt, Ottensen Süd und Bahrenfeld angefahren werden. Das brächte eine Entlastung der Metrobusse 2, 3, 6, 7 und 21.

Karte: So fährt die neue U-Bahn

Wieviele Stationen tatsächlich entstehen, ist noch nicht klar. Fest steht aber, dass die U5 die Gebiete Bramfeld, Steilshoop, City Nord, Winterhude, Uhlenhorst, Volkspar-Arenen, Lurup und Osdorfer Born erfassen soll. Das derzeit 104 Kilometer große Hamburger Streckennetz soll durch die neue Linie noch einmal um bis zu 32 Kilometer anwachsen.

Am Dienstag war durchgesickert, dass der SPD-Senat ab 2020 für bis zu 3,5 Milliarden Euro eine neue U-Bahnlinie bauen will. Die Hochbahn rechnet mit 80 bis 110 Millionen Euro pro Kilometer. Zum Vergleich: Die Stadtbahn kostet nach den kürzlich von der CDU vorgestellten Plänen nur maximal 20 Millionen Euro pro Kilometer.

„Angesichts der hohen öffentlichen Sensibilität bei Eingriffen im Straßenraum ist eine relativ rasche ÖPNV-Schienenanbindung nur mit einer unterirdischen Lösung erreichbar“, sagte Wirtschaftssenator Frank Horch bei der Vorstellung der Pläne. Die notwendigen Schritte würden „mit aller Sorgfalt, solide und vernünftig“ angegangen. „Finanzierbarkeit und die öffentliche Akzeptanz werden bei den Planungen eine entscheidende Rolle spielen“, sagte Horch.

Hochbahn-Chef Günter Elste sprach von „vielfältigen Chancen“ durch die Erweiterung des U-Bahnnetzes. „Eine attraktive und leistungsfähige U-Bahn sichert die Mobilität auch künftiger Generationen, entlastet Straße und die Umwelt und sorgt nicht zuletzt für eine soziale Aufwertung von Stadtquartieren“, sagte Elste.

Grüne kritisieren „unterirdische Verkehrspolitik“

Die Grünen erneuerten dagegen am Mittwoch noch einmal ihre Kritik an den U-Bahnplänen. „Eine U-Bahn kostet pro Kilometer bis zu fünfmal so viel wie eine Stadtbahn“, sagte Fraktionschef Jens Kerstan.

Für den Preis einer neuen U-Bahn-Linie könne Hamburg „ein ganzes Stadtbahn-Netz bekommen und die S4 und die S21 in Umland noch obendrauf“. Kosten und Nutzen stünden bei dem Plan des Senats in einem „miserablen Verhältnis“. Die Verkehrspolitik nannte Kerstan „unterirdisch“.

Elste räumte zwar ein, dass eine U-Bahn deutlich teurer als eine Stadtbahn sei. Doch bei dem von den Oppositionsfraktionen befürworteten Konzept sei mit zu viel Widerstand von Anwohnern zu rechnen. Zudem sei die U-Bahn der Stadtbahn in Bezug auf Kapazität und Schnelligkeit deutlich überlegen. „Die Fahrgastzahlen steigen immer weiter“, sagte Elste. Um das bewältigen zu können, müsse das Netz ausgebaut werden.

Ausbau auch von U4 und U2

Das Gesamtkonzept „Schnellbahnnetz 2040“ sieht außerdem weitere neue Haltestellen vor. Dazu gehören die Elbbrücken (S- oder U-Bahn), Oldenfelde (U), Universität (U1) und Ottensen (S).

Die U4 soll im Osten bis zu einer Haltestelle Horner Geest verlängert werden und dadurch rund 13.000 Einwohner anbinden. Auch nach Süden könnte die U4 auf lange Sicht über Elbbrücken, Wilhelmsburg und Kirchdorf Süd nach Harburg führen. Denkbar ist laut Verkehrsbehörde auch ein Ausbau der U2 in Richtung Osten über Mümmelmannsberg und Lohbrügge nach Bergedorf. Voraussetzung für die jeweiligen Verlängerungen seien aber „Nachfragepotentiale, die sich durch erheblichen Wohnungsbau“ ergäben.

Im Laufe des Jahres will die Hochbahn weiter über den Ausbau des U-Bahnnetzes informieren, zu dem das Unternehmen vom Senat beauftragt wurde. Eine Machbarkeitsstudie sei dann aber erst nach der nächsten Bürgerschaftswahl im Jahr 2015 vorgesehen.