Altona

Neuer Bezirksamtsleiter – Grüne lehnen SPD-Vorschlag ab

Koalitionsausschuss dauerte bis in die Nacht. Der neue SPD-Kreischef in Altona, Mathias Petersen, muss Rot-Grün retten und über neuen Bezirksamtsleiter verhandeln.

Altona. Nach stundenlanger Verhandlung hat sich der rotgrüne Koalitionsausschuss in Altona am späten Dienstagabend vertagt. Bis etwa 23 Uhr verhandelte der neue SPD-Kreischef Mathias Petersen mit den Grünen über die Wahl eines neuen Bezirksamtsleiters.

Wegen unterschiedlicher Auffassungen in dieser Frage steht die Koalition in der Bezirksversammlung kurz vor dem Scheitern: Die SPD besteht auf eine SPD-Mitgliedschaft und favorisiert den SPD-Bezirkspolitiker und Fraktionschef in der Bezirksversammlung Thomas Adrian. Die Grünen lehnen einen Mandatsträger für den Posten ab. Wie aus Delegationskreisen zu erfahren war, lehnten sie auch bei dem Gespräch am Dienstag Adrian wieder kategorisch ab, machten aber auch noch keine Gegenvorschläge. Die Verhandlungen seien daher ergebnislos abgebrochen worden. Bis nächste Woche wollen nun die SPD-Gremien in Altona beraten, wie es weiter gehen könnte. Im Prinzip gibt es dabei nach Einschätzung von Bezirkspolitikern jetzt nur noch drei Optionen: So könnte Adrian seine Kandidatur zurückziehen – dann hätte sich die Grünen komplett durchgesetzt und der Spielraum für die SPD in der Koalition wäre künftig kleiner, wie einige SPD-Politiker befürchten.

Zweite Möglichkeit: Die SPD lässt es drauf ankommen und sucht sich neue Mehrheiten in der Bezirksversammlung – womit sich viele in der Partei aber auch nicht anfreunden können, weil man für anstehende Wahlen in Bürgerschaft und Bezirk klar auf Rot-Grün setzen möchte. Dritte Möglichkeit: Die Koalition in Altona bleibt und man wählt bis zu den Wahlen der Bezirksversammlungen im nächsten Jahr gar keinen Bezirksamtsleiter neu.

Der amtierende Amtschef, der parteilose Jürgen Warnke-Rose, hat voraussichtlich demnächst seinen letzten Arbeitstag. Sein Stellvertreter Kersten Albers ist aber auch ein Verwaltungsmann mit langer Erfahrung. Und er besitzt etwas, was die Genossen in Hamburg goutieren dürften: Ein SPD-Parteibuch.