Eine Milliarde für Elbphilharmonie?

CDU-Politiker Wankum rechnet mit noch höheren Kosten. Kultursenatorin wehrt sich

Hamburg. Die Gesamtkosten der Elbphilharmonie könnten nach Ansicht des CDU-Politikers Andreas Wankum sogar die Schallmauer von einer Milliarde Euro durchbrechen. "Wenn ich alle weiteren Kosten zu den jetzt genannten knapp 600 Millionen für Hochtief hinzurechne, dann wird mir Angst und Bange. Denn wir liegen dann heute schon deutlich über 800 Millionen Euro. Und ich befürchte, dass wir am Ende eine runde Summe erreichen werden", sagte Wankum in der Sendung "Schalthoff live". Auf Nachfrage des Moderators: "Das wäre dann die eine Milliarde, das haben Sie gemeint?", antwortete der CDU-Politiker: "Ja, das habe ich gemeint. Wir müssen das ehrlich kommunizieren und da nicht mehr Stück für Stück den Menschen immer mehr zumuten. Das wäre richtig falsch."

Am Freitag hatten sich die Stadt und der Baukonzern Hochtief endgültig auf einen Weiterbau des Konzerthauses geeinigt. Danach will Hochtief die Elbphilharmonie für einen "Globalpauschalfestpreis" von 575 Millionen Euro bis 2016 fertig bauen. Hinzukommen Steuern, Zinsen und Kosten für die städtische Gesellschaft Rege, deren Höhe die Stadt nach eigenen Angaben noch nicht beziffern kann.

"Ich werde Ihnen nicht den Gefallen tun, eine Summe zu nennen. Das wäre auch unseriös. Wir sind im Moment dabei auszurechen, welche Kosten auf die 575 Millionen noch hinzukommen", sagte Kultursenatorin Barbara Kisseler in der Sendung. "Aber was ich absolut nicht in Ordnung finde ist ein Horrorszenario, wo man am Horizont schon die Milliarde aufscheinen sieht. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Anja Hajduk, warf der Senatorin vor, der Öffentlichkeit einen überhaupt nicht fertigen Vertrag präsentiert zu haben.

Wohl am 9. April will der Senat den neuen Vertrag beschließen. Bis zum 30. Juni hat die Bürgerschaft Zeit, den Verträgen zuzustimmen.