Abriss der Backsteinhäuser

Zweifel an Gutachten über die Siedlung Elisabethgehölz

Der Sprecher für Stadtentwicklung fordert Veröffentlichung eines Gutachtens, wonach die Gebäude nicht sanierungsfähig seien.

Hamm. In den Streit um die vom Abriss bedrohten Backsteinhäuser am Elisabethgehölz haben sich nun auch die Grünen eingeschaltet. Deren stadtentwicklungspolitischer Sprecher Olaf Duge fordert die Veröffentlichung des Gutachtens, wonach die Gebäude keine ausreichende Statik für neue Lasten hätten und nicht sanierungsfähig seien.

Die Vereinigte Wohnungsbaugenossenschaft (VHW) will die historisch wertvollen Wohnhäuser in Hamm deshalb abreißen und durch Neubauten ersetzen lassen. "Das Gutachten muss unverzüglich auf den Tisch und neutral geprüft werden. Das Ganze bekommt einen sehr faden Beigeschmack, wenn jetzt durch die Hintertür alle bisherigen Verhandlungsergebnisse und Zusagen mit einem Geheimgutachten vom Tisch gefegt werden", sagt Duge. Es sei überhaupt nicht klar, wieso die Bausubstanz "lebensbedrohlich schlecht sein" solle. "Für eine Genossenschaft, die das Verfahren mit dem runden Tisch als einmalig bezeichnet, ist ein solches Verhalten unwürdig."

Seit mehr als einem Jahr kämpfen die Mieter des Backsteinensembles gegen den Abriss ihrer in den 1920er-Jahren entstandenen Wohnanlage. Experten zählen es zum kulturellen Erbe Hamburgs. Die Wohnungen sind mit durchschnittlich 50 Quadratmetern relativ klein und mit einer Miete von 4,50 Euro pro Quadratmeter ausgesprochen günstig. Ein Abriss würde 122 Wohnungen betreffen.