Banken

HSH: Prüfer rügen Vorstand und Aufsichtsrat

Wirtschaftsprüfer der schwer angeschlagenen HSH Nordbank erheben nach einem Medienbericht Vorwürfe gegen Vorstand und Aufsichtsrat.

Wie der Radiosender NDR Info unter Berufung auf ein Gutachten der Prüfungsgesellschaft KPMG berichtete, geht es unter anderem um Verstöße gegen die Richtlinien der Finanzaufsicht BaFin. Demnach heißt es in dem Bericht: "In dem Umstand, dass wesentliche Vorstandsentscheidungen nicht beziehungsweise nicht nachvollziehbar dokumentiert wurden, sehen wir einen Verstoß gegen die Mindestanforderungen an das Risikomanagement."

Im Übrigen sei der Vorstand erst bei Engagements im Wert von mehr als 100 Millionen Euro informiert worden. Das Gutachten kritisiere auch den Aufsichtsrat. Milliardengeschäfte seien im Eilverfahren durchgesetzt worden. Die HSH hatte im vergangenen Jahr 2,7 Milliarden Euro Verlust gemacht.

Unterdessen deutet sich an, dass die Politiker, die im HSH-Beirat, einem Beratungsgremium, sitzen, auch den Parlamentarischen Untersuchungsausschüssen (PUA) angehören dürfen. Einem Gutachter im Auftrag des Kieler Landtags zufolge seien Beiratsmitglieder nicht befangen, berichten die "Lübecker Nachrichten". In Hamburg sind davon die Finanzexperten Peter Tschentscher (SPD) und Joachim Bischoff (Linkspartei) betroffen. Der PUA-Vorsitzende Harald Krüger (CDU) hatte angekündigt, das Kieler Gutachten abwarten und auf dessen Basis entscheiden zu wollen.