HVV-Chef: "Die Stadtbahn kommt"

Dietrich Hartmann spricht in der Hamburger Presserunde über Zukunftskonzepte und Ticketpreise

Rotherbaum. Alles wird teurer - auch Bus und Bahn. Zum 1. Januar 2012 will der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) die Preise für Fahrkarten im Schnitt um 2,8 Prozent erhöhen. "Der HVV ist kein Billigheimer, das ist klar", sagt Dietrich Hartmann, HVV-Geschäftsführer, in der Hamburger Presserunde, die Hamburg 1 am Sonntag um 21.45 Uhr ausstrahlt. Die jährliche "Anpassung" der Ticketpreise an gestiegene Personal- und Energiekosten sei nötig, "um den guten Service zu sichern".

Ulrich Gaßdorf (Hamburger Abendblatt) hält es für entscheidend, dass die Hamburger diese qualitativen Verbesserungen auch spüren. "Sonst fragt sich mancher Fahrgast, warum er jetzt noch zehn Cent mehr zahlt, um weiterhin in den Metrobussen der Linie 5 eingepfercht zu sein wie in einer Sardinenbüchse." Das HVV-Tarifsystem sei darüber hinaus teils unverständlich, meint Mareike Engels von der Grünen Jugend, die beispielsweise für die Abschaffung der Schnellbuszuschläge plädiert. "Es ist doch unfair, dass manche Hamburger diesen Zuschlag zahlen müssen, weil vor ihrer Haustür leider eben keine Bahn fährt."

Auch das Alkoholverbot in Bus und Bahn, das seit dem 1. September gilt, ist ein umstrittenes Thema in der Diskussionsrunde. "Wenn nach einem Großereignis wie einem HSV-Spiel Horden Betrunkener durch den Zug rennen und der HVV nicht eingreift, dann zeigt das doch, wie unausgegoren ein solches Verbot ist", meint Mathis Neuburger ("Hamburger Morgenpost"). Auch, dass auf den HVV-Elbfähren Alkohol verkauft und getrunken werden dürfe, passe nicht zu dem Verbot. Der HVV solle lieber ein "schlüssiges Nahverkehrskonzept für die Zukunft vorlegen, statt mit dem Alkoholverbot zu nerven".

Der HVV will erst einmal das Bussystem ausbauen - doch HVV-Chef Dietrich Hartmann geht fest davon aus, dass die Stadtbahn kommt. "Irgendwann wird es soweit sein." Das Projekt sei zwar kostspielig, aber aus "verkehrlicher Sicht" sinnvoll. Bis 2020 rechne man mit 100 Millionen zusätzlichen Fahrgästen. "Die Busse, insbesondere jene der Linien 5 und 6, werden irgendwann überlaufen und nicht mehr alle Fahrgäste mitnehmen können."