Bildung

Verwirrung um Schulpläne in Hamburg

Neues Zeugnis- und Notensystem stößt bei CDU, FDP, Eltern- und Lehrerkammer auf Kritik, besonders das System für die Stadtteilschule.

Hamburg. Nach der Kritik an den Bildungsplänen für das kommende Schuljahr - die den Schulen unter anderem freistellen, ob Grundschüler noch Schreibschrift lernen -, sorgt nun auch die neue Ausbildungs- und Prüfungsordnung (APO) der Schulbehörde für Diskussionen. Eltern- und Lehrerkammer sowie CDU und FDP äußerten sowohl Kritik an der extrem kurzen Beratungszeit als auch an Teilen der APO.

So prangert CDU-Schulexperte Robert Heinemann an, dass es an den Grundschulen künftig statt von Klasse 3 erst von Klasse 4 an Noten geben solle: "Es ist pädagogisch völlig falsch, gerade dann Noten erstmals einzuführen, wenn die Entscheidung über die weitere Schullaufbahn ansteht." Laut Schulbehörde ändert sich an der gängigen Praxis aber nichts. Auch bislang gebe es nur auf Wunsch der Eltern Noten für Drittklässler. Dabei bleibe es. Da diese Regelung aber ohnehin im Schulgesetz stehe, werde sie nicht mehr gesondert in der APO aufgeführt.

Heinemann kritisiert ferner, dass in den Klassen 5, 7 und 8 allein die Lehrerkonferenz über den Verzicht auf Halbjahreszeugnisse entscheiden darf: "Damit wird es in Hamburg in diesen Klassen keine Halbjahreszeugnisse mehr geben." Auch hier sagt die Schulbehörde, dass bislang Halbjahreszeugnisse nur für die Klassen 4 und 6 Pflicht waren, für alle anderen sei es nicht geregelt gewesen - daher die Konkretisierung in der APO.

Auf harsche Kritik stößt das neue Notensystem für die Stadtteilschule. Wird dort bislang von Klasse 9 an nach A- und B-Noten unterschieden, heißen sie künftig je nach angestrebtem Abschluss E-Noten (für "erweitert") und G-Noten (für "grundlegend") und gelten bereits von Klasse 7 an. Da die Stadtteilschule aber drei und nicht nur zwei verschiedene Abschlüsse ermöglicht, nennt Heinemann das System "unsinnig", Anna von Treuenfels (FDP) findet es "völlig intransparent". Während sich die Elternkammer fragt, warum das neue System nicht auch für die Jahrgangsstufen 5 und 6 gelte, lehnt die Lehrerkammer es als "verwirrend" glatt ab. Stefanie von Berg (GAL) sieht es anders: "Das neue Notensystem ist weder neu noch kompliziert, sondern seit 40 Jahren an der Gesamtschule erprobt."