Hamburg

Christa Goetsch erhält erstmals verliehene „Hohle Nuss"

Hamburg. Für „besondere bildungspolitische Fehlleistungen“ erhält die ehemalige Hamburger Schulsenatorin Christa Goetsch (GAL) den erstmals verliehenen Negativpreis „Hohle Nuss“. Die Jungen Philologen im Deutschen Philologenverband hätten die Auszeichnung im vergangenen Jahr aus der Taufe gehoben und wollten sie von nun an regelmäßig vergeben, sagte der Vorsitzende der Jungen Philologen, Thomas Langer. Zeit und Ort der Preisverleihung stünden noch nicht fest.

Bis zu ihrem Rücktritt nach dem Ende der schwarz-grünen Koalition in Hamburg sei Goetsch die „wesentlichste Protagonistin der umstrittenen Hamburger Schulreform gewesen“, hieß es zur Begründung. Unter ihrer Führung sollte die Grundschulzeit von vier auf sechs Jahre verlängert werden. Im Juli 2010 hatte ein Volksentscheid die Einführung der Primarschule jedoch abgeschmettert.

Entgegen allen Erfahrungen aus anderen Ländern und mittels bewusst einseitiger Auslegung internationaler Vergleichsstudien träumt Goetsch laut Langer noch immer davon, die „frühe Trennung der Kinder zu durchbrechen“ und damit ein gerechteres Schulsystem zu erreichen. In Hamburg habe sie nach der gescheiterten Reform aber ein Schulchaos heraufbeschworen.

Die Zwangspause für Goetsch könnte nach der bevorstehenden Bürgerschaftswahl schnell wieder vorbei sein, befürchtet der Verband, der nach eigenen Angaben die beruflichen, rechtlichen und sozialen Belange angehender und junger Gymnasiallehrer vertritt. Dann sei zu erwarten, dass die Schüler in Hamburg weiteren Experimenten ausgesetzt würden, hieß es weiter.

Nach dem Bruch von Schwarz-Grün in Hamburg wählen die Bürger der Stadt am Sonntag (20. Februar) vorzeitig eine neue Bürgerschaft. Jüngsten Umfragen zufolge zeichnet sich eine deutliche Mehrheit für Rot-Grün unter dem früheren Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) ab.