Pastor kritisiert Auftritt von Beusts mit Lebenspartner

Der konservative Christ Ulrich Rüß attackiert auch Außenminister Westerwelle

Hamburg. Der öffentliche Auftritt Ole von Beusts mit seinem Lebenspartner und die Heirat von Außenminister Guido Westerwelle (FDP) ist auf Kritik der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften gestoßen. "Für Menschen, die sich in ihrer Ethik an das Zeugnis der Bibel gebunden wissen, ist das ein negatives Signal", erklärte der Hamburger Pastor Ulrich Rüß, Präsident der Konferenz. Die Heirat sei "ein Rückschritt in eine beliebige, vom allgemeinen Toleranzdiktat bestimmte Zeitgeistethik", fügte er hinzu.

Kritisch äußerte sich Rüß auch zu Ole von Beust (55, CDU), der "im Rahmen einer Armani-Modenschau" einen 19-jährigen Medizinstudenten als seinen Lebenspartner vorgestellt habe. "Noch vor nicht langer Zeit war das unvorstellbar gerade bei Menschen mit gewisser ethischer Vorbildfunktion, dazu noch, wenn sie einer "christlichen Partei angehören", sagte Rüß.

Bezeichnend sei auch, dass "medienbeflissene Kirchenvertreter" hierzu schweigen würden, die sich "oft und gerne gesellschaftspolitisch äußern". Wenn auch die "Mainstream-Mehrheit" kein ethisches Problem dabei empfinde, seien Christen dazu aufgefordert, sich "auch als Minderheit für eine biblisch-bekenntnisorientierte Ehe- und Familienethik einzusetzen".

Westerwelle (48) hatte am 17. September seinen langjährigen Lebensgefährten Michael Mronz (43) geheiratet. Die Eintragung homosexueller Lebenspartnerschaften, auch als Homo-Ehe bezeichnet, ist seit 2001 in Deutschland möglich. Die Internationale Konferenz Bekennender Gemeinschaften ist nach eigenen Angaben ein Zusammenschluss theologisch konservativer Protestanten.