Deutsche Bank soll Schiffskredite übernehmen

Bund zweifelt an Zukunft der Nordbank

Jetzt kommt Kritik an der krisengeschüttelten HSH Nordbank auch aus unerwarteter Richtung.

Hamburg. Der Bankenrettungsfonds SoFFin der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung soll nach einem Bericht des "Handelsblatts" das Geschäftsmodell der Bank für "mittelfristig nicht nachhaltig und zukunftsfähig" halten. HSH-Vorstandschef Dirk Jens Nonnenmacher und Aufsichtsratschef Hilmar Kopper hätten den SoFFin, der der Bank einen Garantierahmen über 30 Milliarden Euro bereitstellt, Anfang der Woche über die Lage informiert.

"Die Angaben von Nonnenmacher und Kopper zur Zukunft der Bank haben uns nicht überzeugt", heißt es dem Blatt zufolge aus Teilnehmerkreisen. Vor allem die einseitige Ausrichtung auf Schiffsfinanzierungen berge massive Probleme. "Die Annahmen zur Geschäftsentwicklung sind viel zu optimistisch", hieß es angeblich. Es sei nicht nachvollziehbar, wie die Bank 2011 wieder Gewinne machen wolle.

Die HSH Nordbank wehrte sich gestern energisch gegen die angebliche Kritik des SoFFin. "Wir haben ein umfangreiches und in sich stimmiges Restrukturierungskonzept erarbeitet. Dies haben wir mit externem Sachverstand überprüft", sagte HSH-Sprecher Rune Hoffmann.

Auch Aufsichtsratschef Kopper habe das Modell als tragfähig bezeichnet. "Spekulationen zu einem erneuten Kapitalbedarf werden nicht richtiger, nur weil sie stetig wiederholt werden." Nach Abendblatt-Informationen waren Kopper und Nonnenmacher nicht direkt beim SoFFin, sondern beim "Finanzmarktgremium", einer Art Ausschuss des Bundestags, der über das 480 Milliarden Euro schwere Bankenrettungspaket des Bundes wacht. SoFFin-Vertreter nahmen aber an der Sitzung teil. Laut dem SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Thomas Böwer soll es Pläne der Deutschen Bank geben, das Schiffsfinanzierungsgeschäft der Nordbank zu übernehmen. "Dies ist eines von unzähligen Gerüchten, die einer Kommentierung im Grunde gar nicht wert sind", sagte HSH-Sprecher Hoffmann. Der Unternehmensbereich Shipping stehe in keiner Weise zur Disposition. "Wie bereits hinlänglich bekannt, werden die Schiffsfinanzierungen eine zentrale Säule bleiben", sagte Hoffmann.

Nonnenmacher war massiv in die Kritik geraten, weil er als damaliger Finanzvorstand das sogenannte Omega-Geschäft der Bank 2007 gegengezeichnet hatte, das zu einem Verlust von 500 Millionen Euro führte. Kopper hatte dem Vorstandschef sein "uneingeschränktes Vertrauen" ausgesprochen.