Messerstecher Elias schon in der Schule durch Gewalt aufgefallen

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Lange Liste über 16 Jahre alten Täter vom Jungfernstieg

Der 16 Jahre alte Elias A., der vergangenes Wochenende den 19-Jährigen Mel D. im S-Bahnhof Jungfernstieg erstochen hat, ist schon als Schüler durch Gewalt aufgefallen. Als Viertklässler sei er vom Schwimmunterricht ausgeschlossen worden, nachdem er einen Mitschüler ins Gesicht geschlagen habe. Als Fünftklässler sei er nach Störungen gleich mehrfach aus dem Unterricht geflogen. Entsprechende Unterlagen darüber existieren in der Schulbehörde, bestätigte diese einen Bericht der "Welt". Dabei handelt es sich aber nicht um die offizielle Akte, die für jeden Schüler angelegt wird.

Den Unterlagen zufolge wechselte Elias nach einer weiteren Verwarnung 2007/2008 die Schule. Dort soll er erneut aufgefallen sein, fügte zwei Mitschülern Brandverletzungen zu, beleidigte einen Lehrer, wurde mit Schlagstock erwischt und erneut vom Unterricht ausgeschlossen, weil er einen Mitschüler gemobbt und einer Lehrerin Geld gestohlen haben soll. Zwischenzeitlich seien die Lehrer zu der Erkenntnis gekommen, Elias habe weder ein Rechtsempfinden noch eine Selbstwahrnehmung. Im März 2009 soll er aber mit seiner Mutter zu einem Gespräch in der Schule erschienen sein. Dabei ging es um den Vorwurf, er habe einem Pädagogen den Kiefer gebrochen. Die Schulbehörde betont, dass die bislang zusammengetragenen Informationen nur "ein Zwischenstand" seien. "Es ist möglich, dass im Lauf der weiteren Prüfung noch ergänzende Informationen hinzukommen."

Nach Auskunft der Behörde haben die Schulen "immer wieder" mit dem Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) und anderen Stellen zusammengearbeitet. Nähere Angaben hierzu könnten aus Gründen des Datenschutzes nicht gemacht werden. Geprüft werde nun, ob es Fehler gegeben hat, und wenn ja, an welcher Stelle was getan werden kann. Die zuständigen Senatoren Christa Goetsch (GAL, Schule), Till Steffen (GAL, Justiz), Christoph Ahlhaus (CDU, Inneres) und Dietrich Wersich (CDU, Soziales) hatten kurz nach der Tat angekündigt, den Fall gemeinsam aufarbeiten zu wollen.

( (dey) )