Editorial

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Die Wirtschaftskrise hat auch die Kirche erreicht - in vielfältiger Weise. Denn in unsicheren Zeiten erhoffen sich manche Menschen Halt durch die Kirche, als Institution, die schon viele Krisen überlebt hat. Sie erwarten von Pastoren tröstende Worte, vielleicht sogar Absolution für zu viel Gier und schlechtes Management.

Aber letztendlich muss jeder selbst die Verantwortung für sein Handeln übernehmen und sich zurückbesinnen auf das, was gerade in dieser Stadt zu den Grundregeln der Kaufmannsehre gehört: Demut und Weitsicht, um nur zwei zu nennen. Propst Johann Hinrich Claussen hat dazu einen nachdenklich stimmenden Essay geschrieben.

Doch Kirche mahnt nicht nur, sie hilft auch Bedürftigen ganz konkret mit Kleidern, Lebensmitteln und lebensnaher Beratung. Diese Stellen sind derzeit mehr gefragt denn je, wie wir bei einer Umfrage in den unterschiedlichsten kirchlichen Institutionen festgestellt haben. Und Kirche ist auch selber von der Krise betroffen - als Arbeitgeberin und Nutznießerin von Steuern, die kontinuierlich zurückgehen.

Diesem ernsten Schwerpunktthema haben wir bewusst ein leichtes Sommerdossier entgegengesetzt: Wir haben uns auf die Suche nach schönen Kirchgärten in Norddeutschland gemacht.

So dient zum Beispiel der terrassenförmig angelegte Garten der St.-Pauli-Kirche den Anwohnern als Treffpunkt und grüne Lunge im Kiezviertel. Eine Augenweide ist die riesige Obstwiese hinter der St.-Pankratius-Kirche in Neuenfelde.

Im Umkreis Hamburgs gibt es weitere Schmuckstücke zu entdecken, wie das Pfarrcafé bei Ratzeburg, das Teil eines denkmalgeschützten Pfarrhof-Ensembles ist.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern gibt es kleine Paradiese, in denen sogar Theater gespielt wird.

Und eine Gruppe von Gartenliebhabern ist gerade dabei, eine ökumenische Kirchgartenroute zusammenzustellen. Wenn Sie einen schönen Pfarrgarten kennen, melden Sie sich doch bei uns!

Einen wunderbaren Sommer wünscht Ihnen

Ihre Sabine Tesche