Abendblatt berichtete über Projekt am Itzstedter See – die Resonanz war riesig. Wie viele Stellplätze noch zu haben sind.

Das minimalistische Wohnen auf nur wenigen Quadratmetern fasziniert die Menschen. Tiny Houses haben sich auch in Deutschland längst zu einem Trend entwickelt. Viele träumen von einem reduzierten Leben in einem Mini-Haus, nur mit Dingen, die sie wirklich brauchen. Nach dem das Abendblatt über die Tiny-House-Siedlung am Itzstedter See berichtet hatte, habe dort am vergangenen Wochenende eine „Völkerwanderung“ stattgefunden, wie Stephan Diehn es nennt.

Sieben Tiny Houses stehen bereits am Itzstedter See.
Sieben Tiny Houses stehen bereits am Itzstedter See. © Annabell Behrmann

„Die Leute stürzen sich auf Tiny-Häuser. Im Laufe der Jahre habe ich locker 300 Menschen über den Platz geführt und informiert“, berichtet Diehn. „Nur zum Gucken waren noch mehr da.“ Der 51-Jährige hat den ehemaligen Campingplatz Seerögen vor knapp drei Jahren gekauft. Seitdem arbeitet er hart daran, die 2,5 Hektar große Fläche in eine Siedlung mit 65 ökologisch-nachhaltigen Mobilheimen zu verwandeln.

Tiny House: Siedlung am Itzstedter See lockt viele Interessenten an

Am Wochenende seien pro Tag bis zu 20 Pärchen vor Ort gewesen, um sich den Platz und die sieben Tiny Houses, die bereits dort stehen, anzuschauen. Das berichtet ein Besitzer eines Mini-Hauses, der seine Freizeit bereits auf dem Campingplatz verbringt, aber nicht namentlich genannt werden möchte.

Weitere Neugierige hätten am Zaun gestanden und sich von da aus das Gelände angesehen. „50 Prozent der Interessenten verschwinden schnell wieder. Sie wollen günstig wohnen und fragen, ob sie die Häuser mieten können – die Anschaffung ist aber sehr teuer“, sagt er.

Stephan Diehn (rechts) hat einen Campingplatz in Itzstedt gekauft und baut ihn nun zur Tiny-House-Siedlung mithilfe von Mitja Lohse (links) um.
Stephan Diehn (rechts) hat einen Campingplatz in Itzstedt gekauft und baut ihn nun zur Tiny-House-Siedlung mithilfe von Mitja Lohse (links) um. © Annabell Behrmann

„Den Traum, in einem Tiny House zu leben, haben viele. Dann stellen sie aber fest, dass das Häuschen und das nötige Kleingeld fehlen“, sagt auch Stephan Diehn. Ein Tiny House koste inzwischen gut 100.000 Euro, das entspreche einer Preissteigerung von etwa 30 Prozent. „Das ist enorm viel Geld“, weiß der Henstedt-Ulzburger. Zwar ist der Energieverbrauch eines kleinen Zuhauses deutlich geringer. Da der Kauf aber sehr kostspielig ist, eignet sich ein Tiny House nicht für Menschen, die auf der Suche nach günstigem Wohnraum sind.

Tiny House am Itzstedter See: Stellplatz kostet 300 Euro im Monat

Einen 300 Quadratmeter großen Stellplatz am Itzstedter See für ein mobiles Eigenheim anzumieten, kostet im Monat 300 Euro. In der ersten Bauphase wurden 48 Plätze erschlossen. 30 sind bereits vergeben, zehn reserviert. Acht Stück sind nach wie vor zu haben. Das hat sich auch nach dem vergangenen Wochenende mit vielen neugierigen Interessenten nicht geändert. „Man muss sich länger mit dem Thema beschäftigen“, meint Stephan Diehn.

Im zweiten Bauabschnitt sollen weitere 17 Plätze erschlossen werden. Diehn rechnet mit einer Fertigstellung bis spätestens 2024.