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Buxtehude sagt Ja zur neuen Bundesliga-Halle

Buxtehudes Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt (links) mit Claudia Blaß, der Fachgruppenleiterin Schulen und Sport.

Buxtehudes Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt (links) mit Claudia Blaß, der Fachgruppenleiterin Schulen und Sport.

Foto: Rolf Zamponi

Der Stadtrat entscheidet sich mit großer Mehrheit für das „Jahrhundertprojekt“, lässt sich aber noch ein Hintertürchen offen.

Buxtehude.  Fast 20 Millionen Euro samt Außenanlagen wird nach ersten Schätzungen das Vorhaben wohl kosten: Von einem „Jahrhundertprojekt“ für die Stadt sprachen daher auch am Montagabend Buxtehuder Ratsmitglieder, als sie mit einem positiven Votum den Startschuss für den Neubau einer großen Halle für den Schul- und Vereinssport in Buxtehude gaben.

Alte Halle Nord ist marode und hätte umfangreich saniert werden müssen

Die neue „Halle Nord“ soll gleichzeitig Spielstätte für das Frauen-Handball-Bundesliga-Team des Buxtehuder SV sein. Die bisher dafür genutzte Halle der Integrierten Gesamtschule (IGS) gilt als marode und hätte umfangreich saniert werden müssen. Zudem entspricht sie bald nicht mehr den neuen Anforderungen im Bundesliga-Handball. Die alte Halle schlicht 1:1 durch einen kleinen Neubau zu ersetzen, wurde daher vor einigen Wochen bereits vom Rat verworfen. Man wolle weiter „Sportstadt“ bleiben und für die erfolgreiche Mannschaft eine geeignete Halle bieten, hieß es.

Geplant ist jetzt die sogenannte „große Lösung“ einer 3+2-Feld-Halle, die Schule und Vereinen mehr Flexibilität bieten soll. Geplant sind zudem Tribünen für mindestens 1500 Zuschauer samt LED-Banden für Werbung und Platz für TV-Übertragungen – eben Ausstattungsmerkmale, die für den professionellen Sport gefordert sind. Nach ersten Schätzungen könnte der Neubau knapp 15 Millionen Euro kosten, hinzu kämen noch etwa 3,5 Millionen Euro für Außenanlagen sowie ein Zuschuss der Stadt Buxtehude für ein Vereinssportzentrum des Buxtehuder SV.

Fertigstellung des Neubaus voraussichtlich Ende 2022

2020 könnte mit dem Bau auf dem Gelände der Schule an der Konrad-Adenauer-Allee begonnen werden, Ende 2022 wäre der Neubau voraussichtlich fertig. Während der Bauzeit, so der Plan, soll die alte Halle weiter genutzt werden, so dass es weder im Schul- noch im Bundesligasport Ausfälle gibt.

Die neue Halle soll nach den ersten Entwürfen auf dem bisherigen Schulgelände, aber auf einem anderen, etwas weiter südlich gelegenen Standort gebaut werden. Die Zufahrt wird anders als bisher nicht mehr über die Kurt-Schumacher-Straße erfolgen, sondern direkt über die breite Konrad-Adenauer-Allee. Ziel dieser Verlegung soll gleichzeitig ein Schutz der unmittelbaren Anwohner vor Lärm sein. So soll das neue Gebäude auf dem stadteigenen, etwa 75.000 Quadratmeter großen Grundstück die nahen Wohnhäuser vom neuen Parkplatz abschirmen. Dort sind Stellplätze für etwa 180 Pkw vorgesehen. Der alte Parkplatz wird nach ersten Plänen von Landschaftsarchitekten indes begrünt.

Neue Halle soll die Wohnbebauung vom neuen Parkplatz abschirmen

Die Kosten für das ehrgeizige Projekt sollen auf die Haushalte der nächsten Jahre verteilt werden, zudem rechnet die Stadt mit Zuschüssen durch den Landkreis Stade.

Allerdings ist der aktuelle Haushaltsentwurf nach Ansicht der Links-Partei jetzt schon „auf Kante genäht“. Die Linke hatte deshalb noch einen Antrag vorgelegt, wonach der Beschluss zum Bau der neuen Halle auf Dezember verschoben werden sollte. „Wir kennen die Steuerschätzung nicht, wir wissen nicht, wie der Haushalt aussehen wird“, argumentierte Linken-Fraktionschef Benjamin Koch-Böhnke. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass an anderer Stelle hart gekürzt werden müsse.

Während die AfD den Vorstoß der Linken als „logisch“ unterstützte, widersprachen die Vertreter der anderen Fraktionen, so dass es am Ende keine Mehrheit für diesen Linken-Antrag gab. „Wir wollen diese Halle grundsätzlich“, sagte etwa Grünen-Fraktionschef Michael Lemke.

Nach Ermittlung der exakten Kosten will der Stadtrat nochmal entscheiden

Und CDU-Ratsherr Alexander Krause verwies auf einen Zusatzantrag seiner Partei, der in die Beschlussvorlage eingearbeitet worden sei. Danach soll nach Ermittlung der exakten Kosten noch einmal im Rat über das Projekt nachgedacht werden. Krause: „Wenn wir die Zahlen wissen, sollten wir uns alle noch einmal in die Augen sehen und entscheiden, ob wir uns das leisten können.“

Tatsächlich werden mit dem Beschluss für dieses Jahr zunächst 261.000 Euro für Planungskosten bereitgestellt, wie Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt (parteilos) sagte. „Jetzt geht es darum, wieviel wird sie wirklich kosten und wie wird sie aussehen?“ Dafür machten am Ende die Ratsmitglieder mit großer Mehrheit und mit nur drei Enthaltungen den Weg frei.