Harburg
Handball

Wieder ein Nordderby in Buchholz

Luchse-Neuzugang Lisa Borutta (r.) setzt sich gegen Oldenburgs Myrthe Schoenaker durch

Luchse-Neuzugang Lisa Borutta (r.) setzt sich gegen Oldenburgs Myrthe Schoenaker durch

Foto: @K. Schaar / K. Schaar

Zweitliga-Damen von Buchholz 08-Rosengarten erwarten am Sonnabend ein schwieriges Spiel gegen Werder Bremen.

Buchholz.  Und wieder ein Nordderby im Luchsbau. Nach den Handballfrauen aus Harrislee empfangen die Handball-Luchse Buchholz 08-Rosengarten am Sonnabend um 19 Uhr in der Nordheidehalle den SV Werder Bremen. Und wollen natürlich weiter verlustpunktfrei bleiben und den 2. Tabellenplatz in der 2. Frauen-Bundesliga verteidigen. Allerdings belegen die Ergebnisse des vorigen Spieltages die Ausgeglichenheit aller Mannschaften in der 2. Bundesliga.

Die Luchse-Trainer Dubravko Prelcec und Matthias Steinkamp gehen deshalb davon aus, dass ihr Damenteam Schwerstarbeit verrichten muss, um sich weiter schadlos zu halten. Werder Bremen liegt nach misslungenem Saisonstart und den letzten beiden Siegen über die unmittelbaren Konkurrenten TUS Lintfort und TG Nürtingen mit 7:11 Punkten auf dem 9. Platz der Tabelle. Der Kader des heutigen Gegners verlor etliche Spiele gegen starke Gegner äußerst knapp, enttäuschte aber danach durch unerwartete Niederlagen wie gegen Harrislee oder das momentane Schlusslicht der Liga, DJK/MJC Trier.

Der Verein hat Mitte des Monats reagiert. „Der SV Werder Bremen und sein hauptamtlicher Handball-Trainer Maximilian Busch haben sich in beiderseitigem Einvernehmen mit sofortiger Wirkung getrennt“, heißt es offiziell. Busch hatte seit Beginn dieser Saison neben der Zweitliga-Mannschaft des SV Werder auch dessen weibliche B-Jugend betreut. „Wir mussten in den Gesprächen der vergangenen Tage je-doch feststellen, dass es unterschiedliche Auffassungen zwischen Maximilian Busch und uns über die zukünftige Zusammenarbeit im Hinblick auf die Herausforderungen im Abstiegskampf in der 2. Bundesliga gab“, wird Werder-Präsident und Geschäftsführer Dr. Hubertus Hess-Grunewald auf der Internetseite des Vereins zitiert.

Ganz ähnlich war es Maximilian Busch vor einem Jahr bei den Luchsen ergangen. Busch hatte zum 1. Juli 2017 die Nachfolge des damaligen Trainers Steffen Birkner angetreten und einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieben. Nach nur fünf Monaten hatte er Ende November seine Kündigung mit Wirkung zum 31. Dezember 2017 erhalten und wurde für den Rest der Zeit beurlaubt. Buchholz-Rosengarten stand damals allerdings mit 16:2 Punkten auf dem ersten Tabellenplatz der 2. Bundesliga, hatte fünf Minuspunkte Vorsprung auf den ersten Nichtaufstiegsplatz und sorgte gerade im DHB-Pokal für Furore. Die Luchse waren als einziger Zweitligist unter sieben Erstligateams in die Runde der letzten Acht eingezogen.

Auch in Thüringen beim HC Rödertal dauerte das Engagement von Maximilian Busch danach nur wenige Monate. Die Verantwortung für die Frauen von Werder Bremen hat der bisherige Co-Trainer Dominic Buttig übernommen, der die Mannschaft zuletzt zu einem souveränen 24:18-Erfolg bei der TG Nürtingen führte. Ihn unterstützen die Torwart-Trainerin Janice Fleischer und Werders Koordinator Leistungssport, Patrice Giron, der das Team bereits in den ersten zwei Jahren der Zweitliga-Zugehörigkeit verantwortet hatte. Auch Patrice Giron hat eine Vergangenheit auf der Luchse-Bank, bevor er zu Werder Bremen wechselte.

Trotz des Weggangs von Isabelle Dölle zum Buxtehuder SV verfügt der heutige Luche-Gegner über einen wurfgewaltigen Rückraum und ist mit Merle Heidergott (43 Tore), die als beste Spielerin der Saison 2017/18 der 2. Bundesliga ausgezeichnet wurde, Rabea Neßlage (26 Tore) und Jennifer Börsen (22 Tore) von allen Positionen des Rückraums brandgefährlich. Mit der Ungarin Sarolta Selmeci gibt es noch eine weitere vielseitige Spielerin, die an einem guten Tag zu einem entscheidenden Faktor werden kann.

Die beim SV Werder Bremen zur Zeit erfolgreichste Torschützin ist Alina Otto (48 Tore), die auf der linken Außenposition ihre variantenreichen Würfe sicher abschließt. Werder Bremen spielt einen äußerst schnellen Handball und kann an einem guten Tag jede Mannschaft in Bedrängnis bringen, es mangelt ihr allerdings noch an Konstanz und durchgängiger mentaler Stärke über den gesamten Zeitraum von 60 Minuten.

So glaubt auch Matthias Steinkamp vom Luchse-Trainer-Team: „Das wird ein ganz schwieriges Spiel für uns, denn abgesehen davon, dass es sich um ein Derby handelt, sind die Bremerinnen durch die letzten beiden Siege im Aufwind und einige unserer Spielerinnen sind gesundheitlich leicht angeschlagen.“