Harburg
Baseball

Dohren bekommt Bonn nicht in den Griff

Mächtig viel Staub aufgewirbelt. Franklin Hiraldo aus Dohren (r.) kann Eric Brenk aus Bonn auf seinem Weg zur Plate nicht entscheidend bremsen

Mächtig viel Staub aufgewirbelt. Franklin Hiraldo aus Dohren (r.) kann Eric Brenk aus Bonn auf seinem Weg zur Plate nicht entscheidend bremsen

Foto: Volker Koch

Spitzenreiter der Baseball-Bundesliga gewinnt zum Auftakt der Zwischenrunde zweimal knapp mit 3:1 bei den Wild Farmers.

Dohren.  Hochsaison aller Orten. Ganz Deutschland hat Schulferien. In den Urlaubsorten herrscht Hochbetrieb. Nur für die Bundesliga-Baseballer hat bereits die Nachsaison begonnen. Post-Season heißt das in ihrer englisch geprägten Sprache, wenn nach der regulären Spielserie die unteren Teams der Bundesligastaffeln Nord und Süd gegen den Abstieg kämpfen und die jeweils vier Besten dieser beiden Ligen in einer Zwischenrunde um den Einzug in das Halbfinale.

Der erste Gegner der Dohren Wild Farmers in dieser auch als Interleague bezeichneten Zwischenrunde waren die Bonn Capitals, die mit 28:0-Siegen praktisch nicht mehr einzuholen sind und auch in Dohren nicht zu bezwingen waren. Das stärkste Team der Nordliga unterstrich seine Vormachtstellung mit zwei weiteren Siegen in Dohren (jeweils 3:1) und verbesserte die eigene Bilanz auf 30 Siege in 30 Spielen.

Die vier besten Teams aus dem Norden und Süden treffen in der Interleague-Runde in Hin- und Rückspielen noch einmal aufeinander. Alle Ergebnisse der regulären Saison – auch gegen Gegner, die sich nicht für die Zwischenrunde qualifiziert haben – werden mitgenommen. Die zwei besten Teams im Norden und Süden qualifizieren sich für das Halbfinale. Dort trifft der Erstplatzierte aus dem Norden im Best-of-five-Format auf den Zweitplatzierten aus dem Süden und umgekehrt.

Die Bonn Capitals bleiben auch in Saisonspiel 29 und 30 ungeschlagen

Die Ausgangslage für die Dohren Wild Farmers vor dem ersten Auftritt in der Interleague war klar: Als Tabellenvierter mit 17 Siegen müssen sie an den sechs Doppelspieltagen an Solingen (19 Siege ) und Paderborn (20) vorbeiziehen, wenn sie als Zweiter in das Halbfinale einziehen wollen. Parallel zum Spiel des Tabellenführers in Dohren standen sich die Paderborn Untouchables und Solingen Alligators gegenüber.

Die Dohren Wild Farmers hatten die Bonn Capitals auch am Ende der regulären Saison zu Gast, mussten sich aber wie alle anderen Nordteams geschlagen geben. Bei der 1:9- und 2:13-Niederlage fehlte allerdings Leistungsträger Edvards Matusevicus, weitere Spieler waren angeschlagen.

Im Vergleich dazu können sich die beiden 1:3-Niederlagen mehr als sehen lassen, weshalb Coach David Wohlgemuth auch nicht unzufrieden war. „Wir haben eine gute Defensive gespielt, aber Bonn war durch einen Spieler heute stärker. Das war der Unterschied. Unsere Pitcher haben sensationell geworfen“, sagte er. Mit diesem einen Spieler meinte er Brandley Roper-Hubbert. Trotzdem taten die Niederlagen weh, haben sie die Ausgangslage der Wild Farmers doch verschlechtert. Auf den Tabellenzweiten Paderborn, der einen Split mit einem Sieg und einer Niederlage gegen Solingen erreichte, beträgt der Rückstand jetzt vier Siege.

Wild-Farmers-Trainer Wohlgemuth lobt die Leistung seiner Pitcher

Die Zuschauer im Dohrener Ballpark mussten trotz der Niederlagen und hochsommerlicher Temperaturen ihr Kommen nicht bereuen. Das erste Spiel war ein Duell auf Augenhöhe. Viel hat nicht gefehlt, und die Wild Farmers hätten das schier Unmögliche wahr gemacht. Nach dem 2:1 für die Gäste durch einen Zwei-Run-Homerun blieben sie dran und hatten mit Iwan Galkin und Edvardas Matusevicius zwei Pitcher auf dem Mound, die den Gästen nur wenig Raum zum Schlagen ließen. Umgekehrt ging es der Heimmannschaft auch nicht besser. Die Dohrener konnten deshalb nicht ausgleichen und kassierten im neunten und letzten Inning den dritten Run, nachdem im achten Durchgang das Spiel wegen eines Gewitters lange unterbrochen war.

Im zweiten Spiel mit den amerikanichen Pitchern präsentierten sich Darren Lauer auf Seiten der Wild Farmers und Nationalspieler Markus Solbach bei den Capitals von ihrer besten Seite. Die Entscheidung fiel erst im achten Inning und wie schon im ersten Spiel war es der US-Amerikaner Brandley Roper-Hubbert auf Seiten Bonns, der mit einem Zwei-Run-Homerun glänzen und das Spiel entscheiden konnte.

Nächstes Heimspiel schon am nächsten Sonnabend gegen Paderborn

Schon am Sonnabend geht es weiter für die Wild Farmers in der Interleague; und wieder im eigenen Stadion. Zu Gast sind dann die Paderborn Untouchables mit den beiden früheren Dohrener Maik Ehmcke und Daniel Thieben. Dann gilt es, zwei Siege gegen die Gäste aufzuholen und ihnen bis auf zwei Siege auf den Leib zu rücken. Solingen und Bonn stehen sich am gleichen Tag 4. August in Solingen gegenüber. Natürlich spekulieren die Dohrener auf zwei weitere Siege des Topteams aus der früheren Bundeshauptstadt.

Dann wären sie – zwei eigene Heimsiege vorausgesetzt – bis auf einen Zähler am Team aus der Klingenstadt dran und die Interleague könnte nochmal richtig spannend werden. Anschließend folgen drei Auswärtsspieltage und zum Saisonabschluss am 1. September ein Heimspieltag gegen Solingen. Und wer weiß, ob die Saison für Dohren dann wirklich schon zu Ende ist?