Harburg
Fussball

Dersimspor soll an der Baererstraße draußen bleiben

Friedlich liegt er da, der Kunstrasenplatz an der Baererstraße in Harburg. Aufgrund mehrerer Vorfälle sollen die Fußballer von Dersimspor künftig nur noch durch den Zaun gucken dürfen

Friedlich liegt er da, der Kunstrasenplatz an der Baererstraße in Harburg. Aufgrund mehrerer Vorfälle sollen die Fußballer von Dersimspor künftig nur noch durch den Zaun gucken dürfen

Foto: Markus Steinbrück / HA

Bezirksamt Harburg hat Nutzungsvertrag für die Sportanlage gekündigt. Grund sollen Beleidigungen und Sachbeschädigungen sein.

Harburg.  Saisoneröffnung in der Hamburger Fußball-Landesliga ist am Freitag, 27. Juli. Die meisten Mannschaften kämpfen einen oder zwei Tage später erstmals um Punkte. Wenn sie denn nachweisen können, dass für die vom Hamburger Fußball-Verband angesetzte Partie eine geeignete Spielstätte zur Verfügung steht. Genau das ist das Problem von Dersimspor Hamburg. Der Verein ist vom Bezirksamt Harburg von seiner angestammten Spielstätte an der Baererstraße verbannt worden.

„Das Bezirksamt hat den Nutzungsvertrag für die Baererstraße nicht verlängert,“ sagt Vorstandsmitglied Serdar Gümüs. Den Hintergrund für diese Suspendierung will Gümüs nicht nennen. „Der Vorstand hat beschlossen, nicht an die Öffentlichkeit zu gehen. Wir suchen jetzt den Dialog mit dem Bezirksamt, um eine einvernehmliche Lösung zu finden.“

HFV hat alle Landesliga-Heimspiele vom Spielplan abgesetzt

Der Hamburger Fußball-Verband (HFV) hat das für Sonntag, 29. Juli, vorgesehene Heimspiel gegen Rahlstedt abgesetzt – wie alle übrigen Heimspiele von Dersimspor. „Keine Spielstätte, keine Ansetzung“, lautet die knappe Begründung von Thorsten Picker, beim HFV zuständig für die Spielansetzungen im Herrenbereich, auf Nachfrage.

Laut Bettina Zech, Pressesprecherin des Bezirks, hat das Bezirksamt den Nutzungsvertrag aufgrund mehrerer Vorfälle gekündigt. So sei es zu Beleidigungen und Sachbeschädigungen gekommen. „Die Liste ließe sich fortsetzen“, sagte Zech. Die Basis für eine weitere Nutzung der Sportanlage durch Dersimspor sei nicht mehr gegeben. Betroffen von dieser Entscheidung sind nicht nur die Landesliga-Fußballer, sondern der gesamte Sportverein.

Den Fußballern von Dersimspor droht der Ausschluss vom Spielbetrieb. Das ist immer dann der Fall, wenn eine Mannschaft dreimal nicht antritt oder eben nicht antreten kann, weil sie keinen Sportplatz für Heimspiele hat. Dersimspor steht zwölf Jahre nach der Vereinsgründung vor dem Aus.

Ähnliches Schicksal droht dem Bezirksliga-Meister Inter 2000

Das gleiche Schicksal könnte Inter 2000 ereilen. Der Bezirksligameister trug seine Punktspiele am Jägerhof in Neugraben aus, ließ die zugewiesenen Trainingszeiten aber ungenutzt verfallen. Die Verlängerung des Gastrechts am Jägerhof hat der Landesliga-Aufsteiger damit verwirkt. Andererseits ist der geplante Umzug an die Snitgerreihe nach Horn noch nicht in trockenen Tüchern. Genau wie bei Dersimspor hat der Hamburger Fußball-Verband die Heimspiele von Inter 2000 in der Landesliga-Hansa-Staffel abgesetzt.