Harburg
Rallycross

Heimspiel auf Estering wird zum Desaster

Buxtehude.  Auch auf seiner Heimstrecke, dem Estering südlich von Buxtehude, blieb Rallycrossfahrer An­dreas Steffen vom Automobilclub Niederelbe das Pech treu. Ein technischer Defekt an seinem 240 PS starken Skoda Fabia im Halbfinale der Super1600er-Division warf ihn aus dem Rennen. Schon vorher, im dritten Vorlauf, hatte die Antriebswelle Schaden genommen, musste über Nacht repariert werden. Im Halbfinale war es das gleiche Bauteil, das den Traum vom Endlauf und dem ersten Podestplatz in dieser Saison platzen ließ.

Es ist wie verhext. Das Pech klebt Andreas Steffen in dieser Rennsaison an den Stiefeln. Die Enttäuschung steht ihm ins Gesicht geschrieben, als er nach dem Aus dem Halbfinale durch das Fahrerlager schreitet. Im vierten Vorlauf hatte sich der Lokalmatador auf dem Estering mit seinem reparierten Skoda Fabia fürs Halbfinale qualifiziert, dabei eine Spitzenzeit hingelegt. Im ersten Qualifikationslauf hatte sich Andreas Steffen als Zweiter ein erstes Punktepolster aufgebaut und seinen Anspruch aufs Finale mit zwei weiteren Topplatzierungen auf den Rängen fünf und sechs angemeldet. Dass er sich am Ende trotz seines großen Pechs um zwei Plätze in der EM-Gesamtwertung von 13 auf elf verbessert hatte, war nur ein schwacher Trost.

„Mit einer defekten Antriebswelle kriegst du den Wagen nicht mehr um die Kurven gezirkelt“, sagte Andreas Steffen nach dem Defekt im dritten Qualilauf. Trotzdem versuchte er im Halbfinale alles, nach dem zweiten Defekt an seinem Fahrzeug seinen dritten Platz im Rennen bis zum Schluss zu verteidigen. Steffen: „Doch jede Kurve wurde zu Qual. Mein Auto machte nicht mehr das, was der Fahrer wollte.“ Steffen fiel auf Rang vier zurück.

Auch in Portugal zum Saisonauftakt hatte Andreas Steffen bereits den Endlauf vor Augen gehabt, als er in der letzten Runde in die Jokerlap musste und von der Konkurrenz abgefangen wurde. Im zweiten Rennen in den Ardennen war das Video auf seiner Speicherkarte gelöscht, was zur Disqualifikation führte. In Buxtehude auf seiner Heimstrecke wollte Steffen unbedingt erstmals in den Endlauf und vielleicht sogar aufs Podest fahren. Dort jubelten stattdessen der Däne Ulrik Linnemann als Sieger, der Russe Timur Shigaboutdinov als Zweiter und Krisztian Szabo aus Ungarn als Dritter.

Während die rund 8000 Zuschauer am zweiten Renntag voll auf ihre Kosten kamen, gab es weitere Enttäuschungen im Fahrerlager. So musste sich der große Favorit, der Norweger Petter Solberg, vom Franzosen Davy Jeanney im Weltmeisterschaftslauf der Supercars (FIA World Rallycross Championship) geschlagen geben, der auf seinem Peugeot 208 RX seinen ersten Sieg überhaupt errang. Sein Teamkollege Timmy Hansen landete zudem auf Rang drei.

Wie es sich gehört, war Solberg erster Gratulant des Siegers von Buxtehude, der auf seinem Weg zum ersten Saisonerfolg gleich drei Vorläufe gewinnen konnte. „Es war ein perfektes Wochenende für mich und es ist fantastisch, gemeinsam mit Timmy auf dem Podium zu stehen“, freute sich der Franzose. Mitfavorit Mattias Ek­ström, voriges Jahr noch Zweiter auf dem Estering, verpasste wegen technischer Probleme an seinem Audi sogar die Halbfinals. Einer der anderen großen Sieger vom Estering war der Norweger Tommy Rustad, der in den Läufen zur Europameisterschaft der Supercars die volle Punktzahl einfuhr. Fredrik Salsten aus Schweden gewann den EM-Lauf der Touringcars.