Harburg
Radrennen

Großer Preis von Buchholz rollt ohne Profis weiter

Allerdings ohne Profi-Radsportler. Von 2013 an soll der einstige Rundstreckenklassiker in Buchholz mit Amateurfahrer bestritten werden.

Buchholz. Die ersten Gespräche über eine eventuelle Rettung des bedeutendsten Sportereignisses in Buchholz fanden an einem historischen Ort statt. Die Verantwortlichen der Radsportsparte von Blau-Weiss Buchholz hatten sich im Landgasthaus Hoheluft an dem Tisch niedergelassen, an dem 1945 die Kapitulations-Verhandlungen für die Hansestadt Hamburg geführt worden waren.

Bei den Gesprächen im Oktober ging es um einen Plan B für den Großen Preis von Buchholz, das traditionelle Rundstreckenrennen der Radsportler an Himmelfahrt, das im deutschen und auch im internationalen Radsport einen hervorragenden Ruf genießt.

Es war Udo Krapf, der 1989 das erste Mal auch die Profis zu einem Rundstreckenrennen in die Nordheide nach Buchholz holte. Oft säumten 20 000 Zuschauer die Strecke mitten in der Innenstadt und sie erlebten die Stars der Straße hautnah.

Und es war Udo Krapf, der vor wenigen Tagen endgültig bekannt geben und eingestehen musste: "Es geht nicht mehr. Es finden sich nicht mehr genügend Sponsoren, um den Großen Preis von Buchholz in der Form und mit dem Anspruch durchzuführen, mit dem wir ihn in zwei Jahrzehnten zu einem Aushängeschild für die Stadt gemacht haben" sagt der engagierte Organisator, "für mich war das der letzte Versuch, die erforderlichen Gelder von 80 000 bis 90 000 Euro zusammen zu bekommen." In Buchholz stehen Himmelfahrt die Räder still. Der Große Preis wird auch in diesem Jahr nicht stattfinden.

Am Montagabend gab es dann aber eine neue, eine hoffnungsvollere Botschaft. "Der Große Preis wird neu gestartet. Erstmals allerdings 2013". Es ist Norbert Stein, der Ex-Bürgermeister von Buchholz und seit drei Jahren Leiter der Radsportler bei Sportverein Blau-Weiss, der die Botschaft verbreitete. Bei der Jahrshauptversammlung der Abteilung, an der am Montag 25 Mitglieder im Gasthaus Hoheluft zusammen kamen, wurde dieser Schritt beschlossen. "Wir werden diese Veranstaltung, die einen hohen Stellwert im norddeutschen und auch im nationalen Radsport hat, am Leben erhalten", bekräftigte der Chef der Radler, "allerdings wird es kein Profirennen mehr geben. Das hat bisher das meiste Geld gekostet. In den zwei Stunden, die zweifellos der Höhepunkt der Veranstaltung war, sollen in der Zukunft die besten Amateurfahrer um den Sieg kämpfen. Alles andere, von den Schüler- und Jugendrennen bis zu dem Ganzen drum herum wollen wir so weiter führen, wie das Udo Krapf und sein Team über die vielen Jahre aufgebaut haben." Über diesen Plan B hatten einige der Verantwortlichen schon im Oktober diskutiert. Damals allerdings hatte sich Udo Krapf noch einmal aufgemacht, und versucht, Geschäftsleute und Firmeninhaber erneut als Geldgeber und Förderer zu gewinnen. Bis Januar, so sein Etappenziel, wollte er feste Zusagen für 40 000 Euro zusammen haben. "Das ist mir nicht gelungen", sagt der einstige Organisator jetzt, "deshalb macht es keinen Sinn, überhaupt weiter zu machen. Die Finanzierung muss stehen, sonst braucht man die Telefonate und Gespräche erst gar nicht zu beginnen, um populäre Fahrer nach Buchholz zu holen."

Das mit der Popularität der Radsportler hat natürlich wieder einen deftigen Rückschlag bekommen. Aber es ist nicht nur das Doping-Image, das auch dem Großen Preis von Buchholz seit Jahren zu schaffen macht. "Gerade hier in Buchholz ist die Konkurrenz der Sportler um Fördergelder aus der Wirtschaft besonders groß", hat Udo Krapf in den vergangenen Jahren immer stärker erfahren. "Nehmen sie allein die Bundesliga-Handball-Damen von Rosengarten, die sich erfolgreich bei uns etabliert haben, das bekomme ich bei meinen Verhandlungen zu hören und zu spüren. Aber es ist ja nicht nur der Sport, es sind auch die zahlreichen sozialen Einrichtungen, die alle um die gleichen Geldtöpfe eifern."

Alles das weiß auch Norbert Stein, der sich als Udo Krapfs Nachfolger an die Spitze des Organisations-Teams gestellt hat. "Der Renntag am Himmelfahrtstag wird auch ohne Profis mindestens 20 000 Euro verschlingen. Die müssen wir auf jeden Fall zusammen bringen. Natürlich haben wir auch schon mit der Stadt und mit Bürgermeister Wilfried Geiger gesprochen. Im entscheidenden Punkt waren wir alle einer Meinung: Das Radrennen um den Großen Preis ist ein Aushängeschild für die Stadt. Das müssen und das wollen wir erhalten. Die entscheidende Einschränkung ist: Das Hauptrennen wird leistungsstarken Amateurfahrern mit einer A-Lizenz und nicht mehr von Profis bestritten."