Leichtathletik: 66. Deutsche Junioren-Meisterschaften

Paul Dittmer fliegt über die Hürden zur Vizemeisterschaft

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Markus Steinbrück

Jana Sussmann (LG Nordheide) hofft auch auf die EM-Nominierung. Das Aufgebot wird am Mittwoch verkündet.

Hanstedt/Winsen. Weiterhin von einigen Zweifeln begleitet ist der Weg von Paul Dittmer (MTV Hanstedt) und Jana Sussmann (LG Nordheide) zu den Leichtathletik-Europameisterschaften der U 23-Junioren in Kaunas (Litauen) bzw. jenen der U 20-Juniorinnen in Novi Sad (Serbien). Und das hat unterschiedliche Gründe.

Paul Dittmer verpasste bei den 66. deutschen Juniorenmeisterschaften in Göttingen die geforderte Norm über 110-Meter-Hürden erneut knapp, darf sich als Achter der europäischen Jahresbestenliste aber Hoffnungen auf eine Nominierung machen. Jana Sussmann erfüllte über 1500 Meter zum zweiten Mal in dieser Saison die vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) geforderte Norm, ist aber nur Deutschlands Nummer fünf in der weiblichen Jugend A. Da die beiden Schnellsten jedoch aller Voraussicht nach über 800 Meter starten werden, scheint Sussmanns Reise nach Serbien als eine von drei deutschen Läuferinnen dennoch geebnet.

Den Vorlauf bei den deutschen Juniorenmeisterschaften gewann Dittmer in 14,32 Sekunden sicher, bot mit zahlreichen Hürdenberührungen aber keine gute Vorstellung. Umso besser lief es im Finale über 110-Meter-Hürden. Nur mit dem Start und den letzten beiden Hindernissen war der 22 Jahre alte Schützling von Trainer Wolfgang Striezel nicht zufrieden. So konnte er den hohen Favoriten Erik Balnuweit (LAZ Leipzig/13,65 Sekunden) nicht in Gefahr bringen.

Mit der Saisonbestzeit von 13,84 Sekunden nähert sich Dittmer der EM-Norm bis auf vier Hundertstel und wurde deutscher Vizemeister. Der DM-Dritte folgte erst mit einem Rückstand von mehr als vier Zehntelsekunden. Am kommenden Wochenende bietet sich Paul Dittmer bei den 107. deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Ulm letztmals vor der Nominierungssitzung für Kaunas die Chance, doch die EM-Norm zu knacken.

Auch gegen die bis zu drei Jahre ältere Konkurrenz der U 23-Juniorinnen hatte die noch der weiblichen A-Jugend zugehörige Jana Sussmann (LG Nordheide/MTV Laßrönne) keine Mühe, als Zweite ihres Vorlaufs das 1500-Meter-Finale zu erreichen. Dort verbesserte die 18 Jahre alte Junioren-WM-Siebente des Vorjahres ihre Saisonbestmarke um eineinhalb Sekunden auf 4:21,94 Minuten und wurde Vierte. Gegen die schnellste deutsche Frau Denise Krebs (TV Wattenscheid/4:19,24 min.) hatte keine der 16 Starterinnen eine Chance. Im Endspurt setzten sich die wie Jana Sussmann 1990 geborenen Zwillinge Elina und Diana Sujew (SC Potsdam) gegen die Nordheide-Läuferin durch. Sie gewannen die Silber- und Bronzemedaille. Das DLV-Aufgebot für die U 20-Europameisterschaften in Novi Sad (Serbien) wird am Mittwoch bekannt gegeben.

Überraschend den Einzug in das A-Finale über 100-Meter-Hürden schaffte in Göttingen Anna Klimek vom TSV Wiepenkathen. Die 21-Jährige sprintete im Vorlauf in 14,07 Sekunden zu einer Saisonbestzeit und schaffte mit der achtschnellsten Zeit den Finaleinzug. Dort trat sie voll in die zweite Hürde hinein und war froh, nicht zu stürzen. In 14,67 Sekunden belegte sie den achten Platz, nachdem sie im Vorjahr das B-Finale gewonnen hatte.

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