Verkehr

Radweg zum Harburger Binnenhafen soll sicherer werden

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Im Tunnel soll Schrittgeschwindigkeit geradelt werden. Nur wenige halten sich daran. Es kommt immer wieder zu Konflikten zwischen Radlern und Fußgängern.

Im Tunnel soll Schrittgeschwindigkeit geradelt werden. Nur wenige halten sich daran. Es kommt immer wieder zu Konflikten zwischen Radlern und Fußgängern.

Foto: Lars Hansen / xl

Flaches, Velo-freundliches Pflaster und klarere Wegeführung sollen Neue Straße und die Durchfahrt im Hafentunnel aufwerten.

Hamburg.  Die Neue Straße soll nach Willen der Bezirksversammlung vom Sand bis zur Buxtehuder Straße durchgängig fahrradfreundliche Pflaster bekommen und der Tunnel von der Lämmertwiete zum Karnapp soll so umgestaltet werden, dass weniger Konflikte zwischen Fußgängern und Radfahrern entstehen. Die einzige praktikable Fahrradverbindung zwischen Binnenhafen und Harburger Innenstadt soll so für alle Nutzer in Zukunft komfortabel zu durchqueren sein. Der Antrag der rot-grünen Bezirkskoalition wurde auch mit Unterstützung der anderen Fraktionen beschlossen.

Einzige für Radfahrer taugliche Querung der B 73

Der Wandel des Harburger Binnenhafens zum Wohn- und Technologiequartier sowie die Förderung des Fahrradverkehrs sind zwei ganz große Harburger Zukunftsthemen, wenn man die Bezirkspolitiker und Stadtplaner fragt. Nur zusammenzubringen sind Binnenhafen und Radverkehr bislang kaum: Seit den 1970er-Jahren sind die Straßenverbindungen zwischen der Harburger Innenstadt und dem Binnenhafen gekappt. Autos und Fußgänger kommen über die Seehafenbrücke in den Binnenhafen, für Fußgänger gibt es zwei weitere Brücken. Radfahrer können diese nur nutzen, wenn sie ihre Fahrräder die Treppen hinauf- oder hinunter tragen. Das ist so schon beschwerlich, mit modernen E-Bikes, Lastenrädern oder Fahrradanhängern nicht zu schaffen. Die einzige fahrbare Verbindung zwischen Innenstadt und Binnenhafen ist der Tunnel zwischen Lämmertwiete und Karnapp.

Kopfsteinpflaster zwingt Radfahrer auf den Gehweg

Ideal ist diese Verbindung nicht: Der Weg dorthin über die Neue Straße weist keinen Radweg auf und führt zudem in der unteren Hälfte über Kopfsteinpflaster. Spätestens ab hier weichen die Radfahrer auf den Fußweg aus. Nicht jeder nimmt dabei Rücksicht auf die Fußgänger und spätestens kurz vor dem Tunnel, wo der Fußweg ohnehin eng wird und drei kleine Bars Gehweggastronomie betreiben, kommt es oft zu unangenehmen Situationen.

Lösung wird von allen Parteien befürwortet

Bereits 2019 wurde eine Machbarkeitsstudie im Verkehrsausschuss vorgestellt, in der es darum ging, die Konflikte zu entschärfen. Baulich ließe sich der Tunnel nicht verändern, hieß es da. Allerdings müsste man zumindest optisch separate Spuren für Radler und Fußgänger schaffen. Die Stadtplaner gaben auch gleich Beispiele, wie so etwas andernorts gut gelungen war. Das soll, so der Beschluss der Bezirkspolitik, demnächst umgesetzt werden. Ebenfalls schnell soll auch der Rest der Neuen Straße mit dem flacheren Pflaster versehen werden, das bereits auf einem Probeabschnitt verlegt wurde. „Wir erhalten nur positive Rückmeldungen zu dem Abschnitt“, sagt der SPD-Verkehrsexperte Frank Wiesner, „das heißt er ist geeignet, die Radfahrer vom Gehweg fern zu halten.“

Auch der Grünen-Verkehrssprecher Michael Sander freut sich über den Beschluss. „Aber mit den beiden Maßnahmen alleine ist es nicht getan“, sagt er. „Die Tunnelzufahrt an der Lämmertwiete bleibt Konfliktzone. Hier muss die Rampe großzügig umgebaut und die Neue Straße für Autos schmaler gemacht werden.“

( xl )

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