Umbau geplant

Gefahrenstelle in Harburg soll entschärft werden

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Links kommt der Radweg aus der Wetternstraße auf die Kreuzung, rechts die Autos von der Schnellstraßenabfahrt. Beide haben gleichzeitig grün.

Links kommt der Radweg aus der Wetternstraße auf die Kreuzung, rechts die Autos von der Schnellstraßenabfahrt. Beide haben gleichzeitig grün.

Foto: Lars Hansen / xl

Autofahrer und Radfahrer können sich schlecht sehen: Bezirkspolitiker fordern daher Umbau der Kreuzung an Schnellstraße.

Harburg.  Bezirkspolitiker aus Harburg wollen eine Gefahrenstelle entschärfen, an der sich regelmäßig Autos und Radverkehr in die Quere kommen. Die Verkehrsbehörde und ihr Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) sollen prüfen, wie der Übergang von der Wetternstraße über den Großmoordamm in Richtung Lewenwerder sicherer gemacht werden kann. Die tatsächliche Unfall-Lage ist hier zwar unauffällig, das sei allerdings verwunderlich, denn die Gefahr sei an dieser Stelle offensichtlich.

Wer aus Richtung des Harburger Bahnhofs mit dem Fahrrad in Richtung Neuland fahren möchte, hat dazu mehrere Möglichkeiten. Die zumeist beste ist über Schlachthofbrücke, Hörstener Straße und Wetternstraße zum Großmoordamm und auf der anderen Seite dieser Hauptverkehrsader in die kleinen Straßen, die hier die Eigenheimsiedlungen und Gartenkolonien erschließen.

Die Wetternstraße ist zwar in Richtung Norden eine Sackgasse, aber nur für Autos. Als Fuß-und Radweg führt sie parallel zur Abfahrtsrampe „Harburg Mitte“ der Harburger Ortsumgehung direkt auf die Fußgänger-und Radfahrer-Ampel zur Querung des fünfspurigen Großmoordamms.

Auto- und Radfahrer nehmen sich im letzten Moment wahr

„Das Problem ist, dass Autofahrer, die von der Abfahrt abbiegen und die Fußgänger und Radfahrer, die queren gleichzeitig Grün haben“, sagt Frank Wiesner, Verkehrsexperte der SPD-Bezirksfraktion und Einwohner von Neuland. „Mit den Fußgängern rechnen die Autofahrer noch und auch Radfahrer, die an der roten Ampel warten und gleichzeitig mit den Autos bei Grün losfahren, werden wahrgenommen. Wenn allerdings ein Auto und ein Fahrrad parallel auf die grüne Ampel zufahren, wird es gefährlich.“

Die Schnellstraßenrampe kommt von schräg oben und hat zur Wetternstraße hin eine Betonabgrenzung, die zugleich Lärmschutz ist. Die Wetternstraße ist zur Rampe hin mit Bäumen bepflanzt. Eilige Autofahrer sehen nicht, dass parallel zur Rampe ein Radweg verläuft und sie sehen erst recht nicht, wenn jemand darauf fährt. Die Radfahrer wiederum sehen keine Autos die Rampe herabsausen. Auto- und Radfahrer nehmen sich erst im letzten Moment wahr.

"Wunder, dass hier nicht ständig schwere Unfälle passieren"

„Meine Nachbarn und ich haben hier schon viele brenzlige Situationen beobachtet", sagt Frank Wiesner „Es ist ein Wunder und ein Glück, dass hier nicht ständig schwere Unfälle passieren – wir sollten nicht abwarten, bis es doch dazu kommt.“ Wiesner könnte sich vorstellen, dass eine zeitliche Versetzung der Ampelphasen hier die Gefahr zu beseitigen vermag. „Wenn der Rad- und Fußverkehr fünf bis sechs Sekunden vor dem abbiegenden Kraftverkehr startet, ist die Situation wahrscheinlich schon hinreichend entschärft“, sagt er.

Allerdings würde das keinen eiligen Radler davon abhalten, in der Absicht die letzten Sekunden der Grünphase schnell noch zu nutzen, stur auf die Querung zu radeln, während die Auto-Abbieger dort ebenfalls schon Grün angezeigt bekommen. Denkbar wäre es deshalb auch, dass Behörde und LSBG vorschlagen, die schnurgerade Durchfahrt von der Wet-ternstraße zu schließen und die Radfahrer in einer Haarnadelkurve zur Kreuzung zu führen, wie es auf der anderen Straßenseite am Lewenwerder bereits der Fall ist. Radfahrern in Eile dürfte diese Variante nicht allzu sehr gefallen. „Wir warten jetzt erst einmal ab, was die Behörde vorschlägt und beraten dann weiter“, sagt Wiesner.

( xl )

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