Landkreis Harburg

Durchschnittliche Erträge beim Mais

Ein Feldhäcksler erntet Maispflanzen für eine Biogasanlage und befördert diese zerkleinert auf einen daneben fahrenden Traktor mit Anhänger.

Ein Feldhäcksler erntet Maispflanzen für eine Biogasanlage und befördert diese zerkleinert auf einen daneben fahrenden Traktor mit Anhänger.

Foto: Philipp Schulze / dpa

Die Ernte hat bereits begonnen. Im Norden Niedersachsens sind die Pflanzen allerdings erst kurz vor der Reife.

Oldenburg.  Einige Tage früher als im langjährigen Mittel hat nach Angaben der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen in den wärmeren Regionen Niedersachsens die Maisernte begonnen. In den Bereichen Südhannover und auch in der Südheide ist der Startschuss für die Maisernte bereits gefallen. In anderen Gegenden wird es mit dem aktuellen Spätsommerwetter für Landwirte und Lohnunternehmen sehr stressig werden: Die Maisbestände werden dann in einem kurzen Zeitfenster erntereif und müssen zügig geerntet werden.

Dies bedeutet lange Arbeitstage und viele Schleppergespanne auf Niedersachsens Straßen. Autofahrer und insbesondere Motorradfreunde, die die schönen Tage noch für Ausfahrten nutzen wollen, werden um Vor- und Rücksicht gebeten. Dank der guten Witterungsaussichten werden die Straßen wohl relativ sauber bleiben – doch ganz ohne Erdanhang werden die Erntefahrzeuge die Felder wohl nicht verlassen.

Wenig Futterreserven wegen der zwei Dürrejahre

Vielerorts brauchen die Landwirte die neue Ernte sehr dringend, da aufgrund der zurückliegenden zwei Dürrejahre kaum Futterreserven vorhanden sind. Die Futterbaufachleute der LWK rechnen aufgrund erster Zahlen und Eindrücke mit zwar deutlich besseren Erträgen als 2018 und 2019, aufgrund der Trockenheit auch in diesem Sommer wird jedoch bestenfalls eine durchschnittlichen Ernte erwartet.

Vor dem Hintergrund der zu geringen Erträge der Vorjahre haben die Betriebe den Maisanbau gegenüber 2019 um gut vier Prozent auf rund 627.000 Hektar (ha) ausgeweitet. Damit blieb die Anbaufläche unter dem Höchstwert von 2012. Dies entspricht gut einem Fünftel der landwirtschaftlichen Fläche Niedersachsens.

Hälfte der Ernte wird als Silomais genutzt

Gut die Hälfte des Maises, etwa 330.000 Hektar, werden als Silomais für Milchkühe und für die Bullenmast eingesetzt; weitere rund 220.000 Hektar Anbaufläche werden in Biogasanlagen zur Gas-, Strom- und Wärmeerzeugung genutzt. Der übrige Mais wird in Jahren mit normalen klimatischen Bedingungen als Körnermais mit Mähdreschern geerntet und vorwiegend in der Geflügel- und Schweinefütterung eingesetzt. In Jahren mit geringen Maiserträgen wird von diesen Beständen jedoch häufig Silomais gemacht, um genügend Futter für die Rinder zu haben.

Frühe Sorten sind reif für die Ernte

Die Grundfutterversorgung wird sich zwar insgesamt etwas entspannen, jedoch gibt es in einigen Regionen auch in diesem Jahr wieder starke Ertragseinbußen durch Dürre. Auf leichten und grundwasserfernen Standorten ohne Beregnung zeigen die Maispflanzen deutliche Trockenschäden. „Dort bildeten die Pflanzen teils nur sehr kleine und nicht voll mit Körnern besetzte Kolben aus“, berichtete Karl-Gerd Harms, bei der LWK Berater für Silo- und Körnermais. „Dies kann bedeuten, dass solche Flächen nur ein Drittel des angestrebten Ertrages erreichen.“ Frühe und mittelfrühe Sorten sind fast überall reif für die Ernte. Das bedeutet, dass die Pflanzen weitgehend flächendeckend einen Trockenmassegehalt von 32 bis 35 Prozent erreicht haben. In diesem Bereich gelingt die Konservierung des Maises am besten. Er stellt dann zusammen mit Grassilage die Hauptfutterquelle für Rinder dar.

Im nördlichen Niedersachsen wird es noch ein paar Tage länger dauern, bis die Häcksler ihre Arbeit aufnehmen können. Möglicherweise verzögert sie die Ernte hier ohnehin – denn in zwei Tagen wird erst einmal ein Tiefdruckgebiet das Wetter bestimmen. Mit den schönen Spätsommertagen ist es vorbei.