Gemeindeentwicklung

Rosengarten plant seine Zukunft

Gemeinsam das Zukunftskonzept Rosengarten 2030 vorantreiben (v.l.): Marcel Washausen, (FDP), Thies Ockelmann (Grüne), Volkmar Block (Grüne), Marco Stöver (parteilos), Hans-Hermann Böttcher (SPD) und Anke Grabe (CDU).

Gemeinsam das Zukunftskonzept Rosengarten 2030 vorantreiben (v.l.): Marcel Washausen, (FDP), Thies Ockelmann (Grüne), Volkmar Block (Grüne), Marco Stöver (parteilos), Hans-Hermann Böttcher (SPD) und Anke Grabe (CDU).

Foto: Hanna Kastendieck / HA

Alle Fraktionen im Rat sind sich einig: Zunächst müssen verlässliche Daten über die Gemeinde erhoben werden.

Rosengarten.  Es ist das erste Mal, dass sie wirklich alle an einem Tisch sitzen und ausnahmslos an einem Strang ziehen. Politiker aller Fraktionen in der Gemeinde Rosengarten wollen die Umsetzung des Zukunftskonzepts Rosengarten 2030 evaluieren und mit aktuellen Daten auf einen neuen Stand bringen. In einem gemeinsamen Antrag von CDU, FDP, Bündnis 90/Die Grünen und der Partei Die Linke fordern sie die Schaffung einer Datenbasis, auf deren Grundlage das Zukunftskonzept Rosengarten 2030 neu bewertet und gegebenenfalls angepasst werden kann.

Vorhandene Daten sind bereits fünf Jahre alt

Die Daten, auf denen das Konzept für die Gestaltung und Entwicklung der Gemeinde basiert, stammen aus dem Jahr 2015. „Jetzt geht es darum, zu schauen, was in der Zwischenzeit realisiert worden ist und wo wir nacharbeiten müssen“, sagt der SPD-Abgeordnete Hans-Hermann Böttcher, der den Antrag unterstützt. „Wir wollen sehen, was wir bis jetzt erreicht haben und wohin wir steuern müssen. Dafür brauchen wir konkrete Zahlen.“

Wo braucht es Bauland, wo eine Kita?

Hinter der Evaluierung steckt das Bestreben, die Ziele des Zukunftskonzeptes mit der tatsächlichen Entwicklung abzugleichen. Unter anderem möchten die Politiker wissen, wie viele Bauanträge je Ortschaft gestellt werden, wieviel Ein- und Mehrfamilienhäuser es gibt, wieviel Gewerbetreibende und Arbeitnehmer in Rosengarten gemeldet sind, wieviel Kinder in Krippen und Kitas betreut und angemeldet werden, wie die Busse genutzt werden oder wie hoch der Energieverbrauch der öffentlichen Gebäude ist.

„Die Zahlen sollen helfen, die Zukunft der Gemeinde zu lenken und zu steuern“, sagt Grünen-Fraktionsmitglied Thies Ockelmann. „Wir brauchen eine solide Datenbasis, um die Folgen unseres Handelns abschätzen zu können.“

Das Zukunftskonzept Rosengarten 2030 wurde 2015 in Zusammenarbeit mit den Bürgern der Gemeinde erstellt und 2016 einstimmig vom Rat beschlossen. Darin sind die Daten aller Lebensbereiche der Gemeinde erfasst, von der Bevölkerungszahl und –zusammensetzung bis zu Daten zur Bildung, Freizeit, Kultur, Verkehr, Umwelt und Wirtschaft. In dem Konzept wurden die Stärken der Gemeinde definiert, Trends und Herausforderungen analysiert und Strategien für die Zukunft entwickelt.

Bevölkerung ist langsamer gewachsen als erwartet

Das Konzept ist eine wichtige Grundlage für politische Entscheidungen und dient dazu, den Charakter der Gemeinde Rosengarten zu erhalten und das Bevölkerungswachstum der Gemeinde auf zwei Prozent bis zum Jahr 2030 zu begrenzen.

„Wir haben das Konzept vor vier Jahren auf den Weg gebracht“, sagt Hans-Hermann Böttcher. Doch nicht alles sei so gekommen, wie vorhergesehen. So sei die Bevölkerung der Gemeinde, anders als prognostiziert, in den vergangenen drei Jahren lediglich um 0,6 Prozent von 13.300 auf 13.672 Einwohner gewachsen. „Solche Zahlen müssen bekannt sein, um politisch handeln zu können“, sagt Böttcher

„Wir wollen den kommenden Entwicklungen sehenden Auges entgegentreten“, sagt der Grünen-Abgeordnete This Ockelmann. „Deshalb fordern wir die Verwaltung auf, uns so weit wie möglich mit aktuellen Zahlen zu versorgen.“

Verwaltung soll bei der Datenerhebung helfen

Um die Daten zu erfassen und auszuwerten sowie Prognosen für die Zukunft zu erstellen, soll nicht nur die Verwaltung um Unterstützung gebeten werden. Geplant ist außerdem, Fachleute heranzuziehen, die Daten nicht nur zusammenstellen, sondern darauf basierend auch Prognosen erstellen können. Vorstellbar sei die Zusammenarbeit mit dem Hamburger Regionalentwickler Kontor 21, so Ockelmann. Das Unternehmen hatte bereits bei der Erstellung des Zukunftskonzepts mitgearbeitet hat. Wie hoch die Kosten für die Evaluation dann sein werden, ist allerdings noch offen. Die Erstellung und Zusammenfassung des Konzepts vor vier Jahren hatte die Gemeinde damals 25.000 Euro gekostet.

Anke Grabe von der CDU Rosengarten ist optimistisch, dass der gemeinsame Antrag, der am kommenden Montag im Bau- und Planungsausschuss der Gemeinde Rosengarten behandelt werden soll, Erfolg haben wird. „Wir haben in dieser Sache eine große Einigkeit“, sagt sie. „Das ist großartig. Denn nur ein Miteinander für die Zukunft unserer Gemeinde bringt uns letztendlich ans Ziel.“