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Akademie für Musik&Kultur bildet Netzwerk für Schulmusik

David und Anke Dieterle sind mit ihrer Akademie Hamburg für Musik und Kultur in die Villa und weitere Räumlichkeiten des Friedrich-Ebert-Gymnasiums umgezogen. David Dieterle sitzt im Veranstaltungsraum, dem Brausebad, einer ehemaligen öffentlichen Badeanstalt.

David und Anke Dieterle sind mit ihrer Akademie Hamburg für Musik und Kultur in die Villa und weitere Räumlichkeiten des Friedrich-Ebert-Gymnasiums umgezogen. David Dieterle sitzt im Veranstaltungsraum, dem Brausebad, einer ehemaligen öffentlichen Badeanstalt.

Foto: Angelika Hillmer / HA

Akademie Hamburg für Musik&Kultur weiht neue, größere Räumlichkeiten im Herzen von Heimfeld ein. 800 Schüler lernen hier

Harburg. „An unserem alten Standort im Binnenhafen, an der Harburger Schloßstraße, haben wir uns sehr wohl gefühlt. Aber wir haben immer von einem eigenen Campus geträumt“, sagt David Dieterle. Zusammen mit seiner Schwester Anke hatte er 1999 die Akademie Hamburg für Musik&Kultur gegründet.

Am Dienstagabend weihen das Geschwisterpaar und viele Mitstreiter neue, deutlich größere Räumlichkeiten im Herzen von Heimfeld ein: Die Akademie hat eine Villa, eine ehemalige Hausmeisterwohnung, das „Brausebad“ und das Pavillongebäude „Kleiner Friedrich“ im Gebäudekomplex des Friedrich-Ebert-Gymnasiums (FEG) bezogen.

Die Akademie Hamburg, eine gemeinnützige GmbH, ist vor allem eine Musikschule – aber gleichzeitig viel mehr. David und Anke Dieterle, ihr Mann Frank Meiller sowie 60 Dozenten engagieren sich in Hamburger Schulen, in Orchestern und bieten Veranstaltungen an. Kultur muss unter die Leute kommen, vor allem unter die jungen Leute, finden die Profimusiker. Dazu passt, dass sie jetzt in eine Schule ziehen, mit der sie schon länger kooperieren.„Das FEG hat einen eigenen Musikzweig. Das haben nur sehr wenige Gymnasien in Hamburg“, sagt David Dieterle.

Anlaufpunkt für fast 800 musizierende Schüler

Der Dirigent, der auch Bratsche spielt, praktiziert wie seine Schwester, die Cellistin ist, das JeKI-Konzept (jedem Kind ein Instrument) an drei Hamburger Schulen. Es hat zum Ziel, Kindern ab dem Grundschulalter das Musizieren nahe zu bringen. Die Schulen befinden sich in Bahrenfeld, Winterhude, Alsterdorf. Nicht in Harburg. Hier ist die Akademie der Anlaufpunkt für fast 800 musizierende Schüler.

Die meisten von ihnen erlernen im Einzelunterricht ihr Instrument. Wenn das klappt, gibt es Ensemble-Gruppen, in denen musiziert wird. Zum Beispiel im Kinderorchester aus jungen Musikern im Alter von sechs bis 13 Jahren, die ein Streichinstrument spielen, im Cello-Ensemble für Fortgeschrittene im Alter von 13 bis 19 Jahren oder in der Concert Band für Holz- und Blechbläser.

David Dieterle legt Wert darauf, das auch andere Kulturformen wie Ausstellungen und Vorträge zum Portfolio der Akademie gehören – „allerdings kommen wir nie ganz ohne Musik aus: Eine Vernissage oder ein Vortrag werden immer von Live-Musik-Einlagen umrahmt“. Die Bands werden nun im ehemaligen Bad der im Stil der modernen Architektur zur Weimarer Zeit erbauten Schule proben. Dort werden auch Konzerte und anderes stattfinden.

Kooperation mit anderen kulturellen Institutionen in Harburg

Im Haupthaus, der ehemaligen Villa des Schulleiters, befinden sich Büro und Unterrichtsräume. Der „Kleine Friedrich“ wird sechs Unterrichtsräume und einen Seminarraum bieten. Das Kustodium (die ehemalige Hausmeisterwohnung) wird zwei weitere Unterrichtsräume beherbergen, eine Bibliothek sowie die Bibliothek der Mozart-Gesellschaft Hamburg – David Dieterle ist deren Vorsitzender.

Die Kooperation mit anderen kulturellen Institutionen in Harburg, mit Schulen, speziell dem FEG, und mit dem Bezirk ist den Akademie-Leitern wichtig. Deshalb werden Bezirksamtsleiterin Sophie Fredenhagen und die für Kultur zuständige Sozialdezernentin Anke Jobmann am Dienstag ebenso Grußworte zur Einweihung sprechen wie Jörg Isenbeck und Christoph Posselt vom Leitungsteam des FEG.

„Die Vernetzung zwischen den unterschiedlichen Akteuren der Kulturarbeit ist entscheidend für den Erfolg kultureller Bildung“, sagt Bezirksamtssprecherin Sandra Stolle. „Als Bezirksamt begrüßen wir sehr, dass sich die Zusammenarbeit zwischen der Akademie und dem Friedrich-Ebert-Gymnasium nun auch räumlich niederschlägt.“ So sieht es auch David Dieterle. Aber so ganz mag er seinen Traum von einem Campus in einem historischen Gebäude im Binnenhafen nicht aufgeben: „Wir halten unsere Kontakte in den Binnenhafen. Vielleicht bietet sich dort irgendwann eine Gelegenheit.“