Landkreis Harburg

Radwege: Land investiert in der Region 520.000 Euro

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Rolf Zamponi
Karin Sager, Kreisvorsitzende des ADFC, vor dem Infoladen des Clubs in Brackel

Karin Sager, Kreisvorsitzende des ADFC, vor dem Infoladen des Clubs in Brackel

Foto: Rolf Zamponi

Ein Kilometer Radweg kostet rund 80.000 Euro. Schwerpunkt in diesem Jahr sind der Osten und der Süden des Landkreises Harburg.

Landkreis Harburg.  Gute Nachricht für alle Fahrrad-Enthusiasten: In diesem Jahr werden im Bereich der Lüneburger Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr allein 450.000 Euro in die Sanierung von Radwegen an Landesstraßen fließen. Das ergibt sich aus der jährlichen landkreisübergreifenden Bewertung von Projekten. Insgesamt erhalten die vier Landkreise Harburg, Uelzen, Lüneburg und Lüchow/Dannenberg 520.000 Euro. „Damit liegt der Schwerpunkt der Investitionen deutlich im Landkreis Harburg“, sagte Dirk Möller, der Geschäftsbereichsleiter der Behörde, dem Abendblatt.

Landesweit werden zehn Millionen in Radwege investiert

Geplant sind im einzelnen folgende Sanierungen für Radwege an Landesstraßen (L): L 234 zwischen dem Bahlburger Kreuz und Luhdorf, L 213 zwischen Nindorf und Hanstedt, L 215 zwischen Hanstedt und Quarrendorf, L 217 zwischen Winsen und der K 2 und L 234 zwischen Luhdorf und Garstedt. Wichtig für die Projekte ist: Die Landesregierung hat für 2020 das Investitionsniveau in der Bauunterhaltung bei zehn Millionen Euro stabil gehalten. Noch vor fünf Jahren wurde in diesem Bereich nur etwa die Hälfte der heutigen Summe bereit gestellt.

Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre liegt der Aufwand für die Sanierung eines Radweges mit Asphalt zwischen 80.000 und 90.000 Euro pro Kilometer. „Der Erhalt der Radwege erfordert neben den finanziellen Mitteln einen hohen personellen Aufwand. Unbestritten gibt es ein Nachholbedarf bei der Sanierung in allen Landkreisen, der in den nächsten Jahren nach und nach im Rahmen der finanziellen und personellen Möglichkeiten abgearbeitet werden wird“, stellt Möller in Aussicht.

Anforderungen an die Radwege sind größer geworden

Ohnehin haben sich die Anforderungen an einen Radweg in den vergangenen Jahren durch die Weiterentwicklung der Zweiräder, das erhöhte Verkehrsaufkommen und daraus resultierende neue Standards geändert. So sollen Radwege nach der Empfehlung für Radverkehrsanlagen laut Straßenverkehrsordnung mindestens 2,50 Meter breit sein. Klar ist: Die Radwege an Landesstraßen entsprechen diesen Anforderungen überwiegend nicht. Möller verweist jedoch darauf, dass schon für eine Verbreiterung neben dem Kauf von Flächen eine Baugenehmigung eingeholt werden muss. „Der Aufwand für die Verfahren kommt damit inzwischen leider einem Radwegneubau gleich“, sagt der Lüneburger Behördenchef. „Von daher werden die Radwege an Landesstraßen üblicherweise weiter in der jeweils vorhandenen Breite von 1,80 bis zwei Meter erneuert.“

30 Prozent der Radwege im Kreis sind sanierungsbedürftig

Untersucht werden die Landesstraßen und ihre Radwege in Niedersachsen turnusmäßig alle fünf Jahre. Diese Bewertung ist ausschlaggebend für die jeweilige Prioritätenliste. Die aktuellsten Daten stammen derzeit aus den Jahr 2015. Danach sind im Landkreis Harburg 30 Prozent der Radwege an Landesstraßen als sanierungsbedürftig eingestuft. Noch für dieses Jahr ist die nächste Untersuchung geplant. Die Ergebnisse sollen im Herbst vorliegen.

Der Ausbau der Radwege im Bereich Garstedt – Salzhausen (L 234) und dem Bereich Garlstorf – Nindorf (L 216) gehört dabei in diesem Jahr nicht mehr zu den Planungen. „Diese Projekte sind erst mittelfristig in unserem Sanierungsprogramm enthalten“, räumt Möller ein. Zuletzt hatte Karin Sager, die Vorsitzende des Kreisverband des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC), über Baumwurzelschäden und starke Aufbrüche auf den Radwegen dieser Strecken geklagt. Davon sei auch die Zufahrt zum Wildpark Lüneburger Heide betroffen.

290 Kilometer Radwege

Insgesamt verlaufen im Landkreis Harburg derzeit auf 65 Kilometern Bundesstraße 52 Kilometer Radwege. Die Landesstraßen auf einer Länge von 168 Kilometern sind mit 121 Kilometern Radwegen versehen. Damit hat der Landkreis Harburg die höchste Ausstattung unter den vier Landkreisen, für die der regionale Geschäftsbereich der Behörde zuständig ist. Insgesamt können Radler in der Region 290 Kilometer Wege an den Landesstraßen nutzen.

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