Baustellen

Wichtige Straßenprojekte sind fast fertig

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Lars Hansen
Die Ampel am Ende der Kurve ist bereits abgeschaltet. Neben der Hauptfahrbahn werden jetzt die neuen Auffahrten gebaut

Die Ampel am Ende der Kurve ist bereits abgeschaltet. Neben der Hauptfahrbahn werden jetzt die neuen Auffahrten gebaut

Foto: Lars Hansen / xl

2020 wesentlich weniger Baustellen auf Hauptverkehrsstraßen im Hamburger Süden. Skurrile „Autobahnampel“ ist abgeschaltet

Harburg . Auch, wenn es die direkten Anlieger der wenigen Baustellen sicherlich anders sehen: Mit massiven Staufallen bleibt der Hamburger Süden in diesem Jahr weitestgehend verschont – und das liegt nicht nur daran, dass wegen der Corona-Maßnahmen weniger Pendler unterwegs sind. Es liegt auch daran, dass es im Jahr 2020 wesentlich weniger Baustellen auf Hauptverkehrsstraßen gibt, als in den Jahren zuvor, und dass diese allesamt ziemlich gut im Plan liegen.

Das wiederum könnte durchaus durch Corona begründet sein – wenngleich man beim Hamburger Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) vorsichtig mit dieser Einschätzung ist.

Seit gestern herrscht auf der Wilhelmsburger Reichsstraße zwischen Harburg und Wilhelmsburg wieder – fast – freie Fahrt: Die Brücke der Kornweide über die neue Trasse der Schnellstraße ist am Donnerstag fertig geworden und wurde gestern bereits frei gegeben. Oben freuen sich nicht nur die Autofahrer darüber, jetzt umweglos die Reichsstraße überqueren zu können: Auch für Fußgänger und Radfahrer ist jetzt reichlich Platz.

Ende eines Kuriosums

Unten freuen sich die Autofahrer über das Ende eines Kuriosums: Die Ampel, die den Nord-Süd-Verkehr auf der Schnellstraße ausgebremst hatte, um dem Ost-West-Verkehr den Zugang zu ermöglichen, wurde mit Eröffnung der Brücke abgeschaltet. Völlig störungsfrei läuft der Verkehr allerdings nicht. Nachdem die Brücke jetzt die provisorischen Auf- und Abfahrten an der Kornweide überflüssig gemacht hat, werden diese jetzt durch die „richtigen“ ersetzt.

Um deren Baustelle einzurichten, ist der Verkehr unter der neuen Brücke erst einmal eingeengt: „Bis Montagmorgen wird in beiden Fahrtrichtungen je ein Fahrstreifen gesperrt, um Verkehrssicherungsarbeiten zur Einrichtung der neuen Verkehrsführung durchführen zu können“, sagt Christian Merl, Sprecher der neuen staatlichen Gesellschaft „Die Autobahn“, Region Nord.

„Die Auf- und Ausfahrtsrampen an der Anschlussstelle werden gesperrt, eine weiträumige Umleitung über die A 255/A 1 ist ausgeschildert.“ Ein Großteil dieser Aus- und Abfahrten wird noch bis zum August gesperrt sein, weil es die Rampen dazu schlicht nicht gibt: Die Provisorien werden bereits abgerissen, die neuen Rampen erst noch gebaut. Lediglich die Auffahrt in Richtung Harburg wird am kommenden Montag freigegeben.

Umleitungen – zum Teil durch Wohngebiete

Um die Abfahrt Kornweide in Fahrtrichtung Harburg herzustellen, wird die Reichsstraße in dieser Richtung bis August einspurig bleiben. In Richtung Norden werden zwei Fahrstreifen zur Verfügung stehen. Für die fehlenden Abfahrten gibt es Umleitungen – zum Teil durch Wohngebiete.

Ein Stück weiter in Richtung Harburg gibt es die zweite von vier Großbaustellen: Zwischen Neuland und Harburg Mitte wird die „Harburger Stadtautobahn“ – die schon 2019 zur Bundesstraße herabgestuft wurde – saniert. Zunächst einmal in der Mitte, mit zwei Spuren zu jeder Seite, ab Juni dann mit Verschwenkungen zu je einer Seite und dementsprechend nur einer Fahrspur je Richtung. Das kennen die Autofahrer bereits von der Sanierung der anderen Abschnitte. Allerdings stehen ihnen diesmal Ausweichstrecken zur Verfügung. Die Hannoversche Straße ist bis dahin endgültig fertig.

Voll gesperrt wird die Waltershofer Straße im Bereich der Kreuzung mit der Cuxhavener Straße. Die Sperrung beginnt Montag in einer Woche. Auch die Cuxhavener Straße muss in diesem Abschnitt eingeschränkt werden. Hier wird mit wechselnden Spurführungen auf jeweils eine Spur verengt. Im Spätsommer soll der Kreuzungsumbau beendet sein. Bis dahin wird der Verkehr zur Waltershofer Straße teilweise durch Neuwiedenthal umgeleitet.

Vollsperrung ist aufgehoben

Am Ehestorfer Heuweg hat plangemäß der erste Abschnitt der zweiten Bauphase begonnen. Die Vollsperrung ist aufgehoben. „Der Blockverkehr funktioniert richtig gut“, freut sich Ehestorfs Ortsbürgermeister Axel Krones. „Ich habe noch niemanden gehört, der sich hier über Wartezeit an der Baustellenampel beschwert hat.“ Das könnte natürlich auch daran liegen, dass derzeit weniger Verkehr auf der Straße ist: „Dass die Schule am Ehestorfer Heuweg Corona-bedingt geschlossen ist, spielt uns hier in die Karten“, sagt Edda Teneyken, Sprecherin des LSBG. „So können sich die Autofahrer stressfrei an diesen Blockverkehr gewöhnen. Wenn der Verkehr irgendwann wieder anzieht, ist man hier eingespielt.“

Auf die tatsächlichen Bauzeiten wirke sich die Corona-Flaute auf den Straßen allerdings nicht aus; „Die Maßnahmen sind alle lange vorgeplant und abgestimmt“, sagt Teneyken, „Es kann natürlich sein, dass wir etwas mehr Zeitpuffer haben, wenn unsere LKW jetzt alle zügig zur Baustelle kommen.“

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