Dauerbaustelle

Ehestorfer Heuweg in Kürze wieder passierbar

An der Schule soll eine Spezialampel den Lehrern die Möglichkeit gewähren, sich in den Blockverkehr einzureihen. 

An der Schule soll eine Spezialampel den Lehrern die Möglichkeit gewähren, sich in den Blockverkehr einzureihen. 

Foto: Lars Hansen / xl

An der Verbindungsstraße wird eine Baustellenampel eingerichtet. Pendler sollen den Ehestorfer Heuweg großräumig umfahren.

Hausbruch. Noch eine Woche, dann ist der erste Bauabschnitt der Sanierung des Ehestorfer Heuwegs beendet. Dann wird die derzeit noch voll gesperrte Straße zwischen der Landesgrenze und der Einfahrt zur Rudolf-Steiner-Schule wieder voll befahrbar sein.

Direkt im Anschluss, am Dienstag, 8. April, beginnt die Arbeit am zweiten Bauabschnitt – beziehungsweise Bauabschnitt 2a, denn die Sanierung der Straße von der Rudolf-Steiner Schule bis zur Cuxhavener Straße wird in fünf Phasen durchgeführt. Dauer: Bis Herbst 2021.

Anwohner wehrten sich gegen Vollsperrung

Dass sich der Neubau der Straße, der nach den ersten Plänen eigentlich bereits im vergangenen Jahr abgeschlossen sein sollte, noch so lange hinzieht, liegt zum Teil daran, dass hier noch ein Bergwerksschacht gesichert werden musste und dass die Baufirma nicht im Zwei-Schicht-System gearbeitet hat. Zu einem anderen Teil liegt die lange Dauer darin begründet, dass die Anwohner sich vehement dagegen gewehrt hatten, dass eine Vollsperrung eingerichtet wird.

So war es ursprünglich geplant. Gebaut wird nun mit halbseitigen Sperrungen und Blockverkehr. Allerdings ist es ein Blockverkehr auf Bewährung: Phase 1 des zweiten Abschnitts, von der Schuleinfahrt bis zum August-Schlicka-Weg, ist die Probe, von deren Gelingen es abhängt, ob in den darauf folgenden Bauphasen mit dieser Verkehrsführung durch die Baufelder gefahren werden kann. Die Straßenverkehrsbehörde – in diesem Fall ist das Polizeikommissariat 47 in Neugraben zuständig – hat dem Blockverkehr mit Ampeln nur unter strengen Auflagen zugestimmt, denn eigentlich war die Polizei gegen diese Lösung gewesen.

Rückstaus und Unfälle

Die Beamten befürchten lange Rückstaus und Unfälle, denn die Blockabschnitte – und damit die Rotphasen für den jeweiligen Gegenverkehr – sind lang und an den einmündenden Straßen muss sichergestellt sein, dass sich die Abbieger in die gerade bevorrechtigte Richtung einordnen. Bei der Polizei hat man Zweifel, dass das verlässlich klappt.

Sollte es tatsächlich zu Rückstaus oder Unfällen kommen, wird es an weiteren Abschnitten keinen Blockverkehr mehr geben. „Diese Verkehrsführung gilt als sensibel und dient im Ehestorfer Heuweg hauptsächlich der Entlastung der Anwohnenden, die sich von ihren Grundstücken in den Verkehr einreihen müssen“, sagt Christian Füldner, Sprecher der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation. „In dieser Zeit kann der Verkehr keinen zusätzlichen Pendlerverkehr aufnehmen.

Die großräumige Umleitungsempfehlung und das Durchfahrtsverbot von Schwerlastverkehr bleiben bestehen und müssen unbedingt eingehalten werden!“ Eine Missachtung könnte zu erheblichen Rückstaus oder zu erhöhtem Unfallrisiko führen, so Füldner weiter, so dass die Verkehrsführung aus verkehrsrechtlicher Sicht sofort aufgehoben werden kann.

„Anwohner haben diesen Erfolg zäh errungen“

Anwohnersprecher Uwe Hansen ist erfreut über diese Lösung. „Wir Anwohner haben diesen Erfolg zäh errungen und werden ihn nicht leichtfertig aufs Spiel setzen“, sagt der ehemalige Sportjournalist und Fußballfunktionär. „Deshalb werden wir unnötige Durchfahrten vermeiden und beim Einordnen entsprechend umsichtig sein. Allerdings ist zu befürchten, dass durch die Baustelle auf der B 73 wieder mehr auswärtige Pendler auf den Heuweg ausweichen, wenn sie erst einmal hören, dass man hier wieder fahren kann.“

An der B 73 wird noch bis zum Oktober gearbeitet. Dort stehen deswegen von vier Spuren jeweils nur zwei zur Verfügung. In der Vergangenheit hatte das öfter zu Staus auf der Bundesstraße geführt. Das ist derzeit zwar nicht zu befürchten, aber könnte bei Lockerung der Corona-Maßnahmen wieder eintreten. Am Ehestorfer Heuweg beginnen die Arbeiten der ersten Phase direkt an der Einfahrt zur Rudolf-Steiner Schule. Diese bleibt zwar voraussichtlich bis nach Ostern geschlossen, trotzdem muss die Zufahrt während der Bauzeit offen gehalten werden.

Schulweg ganz ohne Elterntaxi

Die Ausfahrt vom Schulparkplatz wird mit einer Ampel ausgestattet, damit sich die Fahrzeuge sicher in den Blockverkehr einreihen können. Schaltet diese Ampel auf Grün, zeigen die Signale an den Baustellenenden jeweils Rot. Dadurch entstehen in beiden Richtungen kürzere Freigabezeiten, weswegen die Aus- und Einfahrt nur von Lehrerinnen und Lehrern genutzt werden sollen. Eltern sollen ihre Kinder entweder vor der Baustelle im Einmündungsbereich August-Schlicka-Weg oder auf dem Parkstreifen auf Höhe der neuen Buswende absetzen.

Am besten wäre ein Schulweg ganz ohne Elterntaxi. „Kinder können die Schule auch mit der Linie 340 aus beiden Richtungen erreichen“, sagt Christian Füldner. „Die aktuelle Schulschließung und der beschränkte Betrieb des anliegenden Restaurants begünstigen die Einrichtung des Blockverkehrs zwar, aber dennoch appellieren die BWVI, die Polizei und die Schulleitung an Eltern und Schüler, während der ersten Bauphase Alternativen zu nutzen.“