Harburg
Verkehr

Minibus und Ioki sollen Busmuffel in Harburg überzeugen

Ein Auto des Fahrdienstes ioki.

Ein Auto des Fahrdienstes ioki.

Foto: © DB AG/ Faruk Hosseini.

Bezirksversammlung will dem Problem der „letzten Meile“ im Öffentlichen Nahverkehr in Marmstorf und Langenbek begegnen.

Harburg.  Gleich mit zwei Anträgen will die rot-grüne Koalition in der Harburger Bezirksversammlung in der nächsten Sitzung des Gremiums dem Problem der „letzten Meile“ im Öffentlichen Nahverkehr begegnen. Diese „letzte Meile ist die Entfernung zwischen der Haustür eines Verkehrsteilnehmers und der nächsten Nahverkehrshaltestelle. Je länger diese Distanz, desto unattraktiver wird es für den Bürger, den Bus zu nehmen, wenn vor seiner Tür ein Auto steht. Der Sammelverkehrsdienst Ioki und ein Quartierbus könnten die Leute in die Linien locken.

Der Quartiersbus soll zwischen der entlegen gelegenen Marmstorfer Garberswegsiedlung – Fußweg zur nächsten Bushaltestelle: 1,2 Kilometer – und dem Langenbeker Herbert-Thörl-Weg verlaufen und so die Haushalte rund um das Rotbergfeld – Fußweg 1 Kilometer – anbinden.

Das könnte Sie auch interessieren:

Moia unter Erfolgsdruck: Was der Fahrdienst in Hamburg plant

Busangebot in Harburg soll besser werden

Hamburgs Süden- Neuer Bestellbus Ioki soll im Herbst starten

Dieser Antrag ist allerdings zumindest in Teilen und von der Grundidee her geklaut: In der Januar-Sitzung der Bezirksversammlung hatte die CDU eine bessere Busanbindung für die Garberswegsiedlung gefordert. Der Antrag wurde mit den Stimmen der rot-grünen Mehrheit in den Mobilitätsausschuss abgeschoben. Vier Wochen später kommt die Koalition mit ihrer eigenen Version.

Regulärer HVV-Bus hätte dort zu wenig Platz

Die ist allerdings detaillierter und ausgeklügelter: Die CDU wollte eine Verschwenkung der Marmstorfer Buslinien über die Garberswegsiedlung. Rot-Grün gibt zu bedenken, dass ein regulärer HVV-Bus dort zu wenig Platz hätte. Deshalb soll ein Kleinbus den Dienst dort übernehmen.

Dieser könnte auch problemlos eine weitere Nahverkehrslücke schließen, nämlich die Anbindung der Altenheime am Frankenberg, wo es ebenfalls zu eng für Busse ist. Von dort soll der Kleinbus über den Buchholzer Weg in Richtung Rotbergfeld fahren.

Für ganz Harburg wünscht sich die Koalition das „Ridesharing“-Angebot Ioki, ein elektrisch betriebenes Sammeltaxi der Bahn, das Fahrgäste aus entlegenen Gebieten preiswert zum nächsten Bahnhof bringt. In zwei Testgebieten in Hamburg fährt Ioki schon. Demnächst soll eine Stadt in der südlichen Metropolregion dazukommen (wir berichteten). SPD und Grüne fordern den Dienst auch im Bezirk.