Harburg
Arabische Emirate

TU-Absolvent wird für Trinkwasserprojekte ausgezeichnet

Der TUHH-Absolvent Jan Rädel nimmt den Global Water Award der Vereinigten Arabischen Emirate von Sheik Ahmed bin Mohammed Al Maktoum entgegen.

Der TUHH-Absolvent Jan Rädel nimmt den Global Water Award der Vereinigten Arabischen Emirate von Sheik Ahmed bin Mohammed Al Maktoum entgegen.

Foto: Dubai Media Office

Der Preis ist mit 20.000 Dollar dotiert und wird von einer Stiftung der Vereinigten Arabischen Emirate in Dubai an Projekte vergeben.

Dubai. Große Anerkennung für einen Absolventen der Technischen Universität: Schon als Harburger Student rief Jan Rädel mit Gleichgesinnten Projekte ins Leben, die die Trinkwasserversorgung von zwei Schulen in Tansania verbesserten. Weitere Projekte folgten. Nun erhielt der 30-Jährige, der seit zweieinhalb Jahren in Dubai arbeitet, den „Global Water Award“ in der Kategorie „junge innovative Personen“. Der Preis ist mit 20.000 Dollar (gut 18.000 Euro) dotiert und wird von einer Stiftung der Vereinigten Arabischen Emirate an Projekte vergeben, die in betroffenen Ländern den Trinkwassermangel bekämpfen.

Rädel hatte 2016 seinen Masterabschluss in Verfahrenstechnik an der Technischen Universität Hamburg (TUHH) gemacht. Während seines Studiums sammelte er zusammen mit Kollegen mehr als 25.000 Euro, um zunächst einer Schule im Massai-Dorf Malambo im Norden des Landes und später in der Siedlung Mapanda im Westen Tansanias Anlagen zu bauen, die mit möglichst geringem technischen Aufwand Regenwasser auffangen und zu trinkbarem Wasser reinigen.

Filter kann etwa 15 Jahre lang genutzt werden

Die Anlage besteht aus einem turmartigen, mehrere Meter hohen Speichertank und einem Membranfilter. Während der Regenzeit wird das Wasser von den Schuldächern aufgefangen und mittels einer Pumpe, die ihren Strom aus umgewandelter Solarenergie bezieht, im oberen Teil des Turms eingelagert. Anschließend passiert das Wasser mit dem Druck der Schwerkraft die Membran und wird durch den Feinstfilter auf Trinkwasserqualität gereinigt. „Der Filter dient als Barriere für Keime und kann etwa 15 Jahre lang genutzt werden“, erläutert Rädel.

Zuvor lief das Regenwasser weitgehend ungenutzt ab. Einen kleinen Teil fingen die Dorfbewohner auf und kochten es ab, um es trinken zu können. Dasselbe geschah mit Flusswasser. Das kostete allerdings viel Holz und war somit wenig nachhaltig. Die Technik „made in Harburg“ schuf Abhilfe – und schafft sie immer noch. Aktuell ist Rädel im Rahmen seiner Trinkwasser-Initiative „JaDi Maji“, die er im Jahr 2010 gegründet hatte, wieder mit Helfern in Tansania unterwegs.

Für das Design seiner Trinkwasseranlage ist Jan Rädel jetzt ausgezeichnet worden. „Das üppige Preisgeld möchte ich selbst spenden, um eine weitere große Trinkwasseranlage für eine Schule zu bauen“, kündigt er an.

In Dubai arbeitet Rädel als Technischer Manager für den Mittleren Osten bei einem deutschen Membran-Hersteller – für Wasserfilter.