Harburg
Winterdienst

Landkreis Harburg ist für Schnee und Eis gerüstet

Uwe Karsten, Jochen Brück, Ann-Kathrin Matsche, Dirk Möller und Josef Nießen in der Salzhalle auf dem BGS-Betriebshof in Hittfeld.

Uwe Karsten, Jochen Brück, Ann-Kathrin Matsche, Dirk Möller und Josef Nießen in der Salzhalle auf dem BGS-Betriebshof in Hittfeld.

Foto: LK Harburg / HA

Neuer 270-PS-Unimog soll die Straßen räumen – Mehr als 1300 Tonnen Salz lagern in einer Halle und drei Silos

Landkreis Harburg Alle Jahre wieder bereiten sich die 45 Mitarbeiter und fünf Auszubildenden der Betriebsgemeinschaft Straßendienst im Landkreis Harburg (BGS Harburg) in Hittfeld intensiv auf den ersten Wintereinbruch vor. Ihre Aufgabe ist es, auch bei Eis und Schnee für sichere und möglichst optimale Straßenverhältnisse im Landkreis Harburg zu sorgen. Die BGS-Mitarbeiter müssen gerüstet sein: Insgesamt 71 Kilometer Bundes-, 173 Kilometer Landes- und 424 Kilometer Kreisstraßen sowie rund 400 Kilometer Radwege müssen von Schnee und Eis zu befreien.

Einsatzpläne sind aufgestellt

„Wir müssen immer auch für einen strengen Winter gewappnet sein. Unsere BGS hat ihre Hausaufgaben gemacht und ist bestens vorbereitet, um auch dann für sichere Straßen zu sorgen“, sagt Kreisrat Josef Nießen. Gemeinsam mit Dirk Möller von der Niedersächsischen Straßenbauverwaltung und Uwe Karsten, Leiter des Betriebs Kreisstraßen, besuchte Nießen die Zentrale in Hittfeld. In der BGS arbeiten das Land Niedersachsen und der Landkreis Harburg seit 2006 zusammen, um das ganze Jahr über für möglichst optimale und sichere Straßenverhältnisse im Landkreis zu sorgen.

„Die Einsatzpläne sind aufgestellt, alle Fahrzeuge stehen bereit, die Salzlager sind gefüllt“, sagt Dirk Möller. Insgesamt 14 Räum- und Streufahrzeuge sind einsatzbereit, drei kleinere Fahrzeuge stehen für den Winterdienst auf Radwegen zur Verfügung. Neu im Einsatz ist ein moderner, 272 PS-Unimog U 427 von Mercedes-Benz, der für den Winterdienst mit einem Räumschild und einem Streuanhänger ausgerüstet ist.

Fahrzeug hat 222.000 Euro gekostet

Das rund 222.000 Euro teure und bis zu 14 Tonnen schwere Fahrzeug entspricht der schadstoffärmsten Abgasnorm Euro 6 und ist mit Abbiegeassistenten der neuesten Generation ausgestattet. Diese verfügen mit Sensoren und Kameras links und rechts durch ein akustisches Warnsignal sowie visuelle Kontrolle über Bildschirme im Führerhaus über effektive Warnsysteme.„Wir verringern damit die Wahrscheinlichkeit, dass es zu Unfällen beim Abbiegen kommt“, sagt Uwe Karsten.

„Die Abbiegeassistenten erfassen dazu Personen, Fahrradfahrer, Kraftfahrzeuge oder Hindernisse, die sich im Abbiegeradius des Unimog befinden.“ Nach dem Winterdienst kommt das neue Fahrzeug in der Grünpflege – es hat eine Mähkombination oder Buschhacker im Frontanbau – sowie bei der Reinigung der Straßen und Leitpfosten – dazu gibt es Kehrbesen oder Leitpfostenwaschgerät – zum Einsatz.

Premiere feiert das Fahrzeug im Winterdiensteinsatz

Seine Premiere feiert das Fahrzeug nun im Winterdiensteinsatz. Dazu hat die BGS hat ihre Winterdienstpläne aufgestellt. Geh- und Radwege außerhalb der Ortschaften, auf denen Schülerverkehr stattfindet, werden im Winterdienst vorrangig betreut. Dieses erfolgt nach einem festgelegten Routenplan.

Für ihre Einsatzplanung nutzt der BGS-Winterdienst das Straßenzustands- und Wetterinformationssystem des Deutschen Wetterdienstes. Sobald mit glatten Straßen zu rechnen ist, führt die BGS täglich ab 1 Uhr früh Glättekontrollen auf genau festgelegten Routen durch. Wenn der Kontrolleur Glätte feststellt, alarmiert er sofort die Winterdienstbereitschaft. 45 bis 60 Minuten später beginnt der Einsatz.

„Eng wird es, wenn die Glätte erst in den Morgenstunden einsetzt, da wir dann nicht alle Strecken gleichzeitig streuen können“, erläutert Jochen Brück, Leiter der BGS.

Je nach Wetterlage streut der Winterdienst auch vorbeugend

Brück: „Bei solchen Wetterverhältnissen und vor allem nachts sollten alle Verkehrsteilnehmer unbedingt sehr vorsichtig und mit einer den Witterungsbedingungen angepassten Geschwindigkeit fahren.“ Von 6 bis 22 Uhr wird die Befahrbarkeit der Straßen bei Schneefall, Reif- oder Eisglätte in der Regel sichergestellt. Dabei kann es jedoch zu Behinderungen durch Schneereste oder bei längeren Winterdiensteinsätzen stellenweise zu geschlossenen Schneedecken und glatten Straßen kommen.

Je nach Wetterlage streut der Winterdienst auch vorbeugend, um Glättebildung von vornherein zu verhindern. Dabei kommt Feuchtsalz zum Einsatz, das besser auf der Straße haftet als trockenes Salz und das Eis zudem schneller auftaut. Zum Wohle der Umwelt werden so 30 Prozent weniger Salz verbraucht. Denn beim Winterdienst gilt: Streusalz wird in möglichst geringen Mengen und mit Augenmaß eingesetzt. „Wir wollen die Sicherheit mit so wenig Salz wie möglich und so viel wie nötig gewährleisten“, sagt Uwe Karsten.

1300 Tonnen Salz sind vorrätig

Damit es selbst bei extremem Winterwetter nicht zu Streusalz-Engpässen kommt, hat der Landkreis rund 700 Tonnen Salz in einer großen Halle in Hittfeld eingelagert. Weitere rund 600 Tonnen stehen in drei im Landkreis verteilten Silos zur Verfügung. Außerdem sind rund 110.000 Liter Sole bereit für den Einsatz. Auch für den Fall, dass diese Menge nicht ausreichen sollte, hat die Kreisverwaltung gemeinsam mit dem Land vorgesorgt. Aus einem Pufferlager für Niedersachsen kann die BGS zurzeit auf weitere Salzvorräte zurückgreifen. Das war aber in den vergangenen Jahren nicht nötig: Durchschnittlich werden insgesamt 2500 Tonnen Salz benötigt.