Harburg
Buchholz

Schönheitskur für die Empore

Buchholz.  Der Empore Buchholz steht eine umfassende Schönheitskur bevor: In diesem und im kommenden Jahr werden rund 430.000 Euro für Modernisierungsmaßnahmen investiert, mit weiteren geplanten Maßnahmen summieren sich die Ausgaben auf rund 800.000 Euro. „Insgesamt ist das Haus in einem guten Zustand“, betont Geschäftsführer Onne Hennecke. Da Jahr für Jahr mehr Besucher in die Empore kommen – 2018 mehr als 75.000 –, nutzt sich vieles durch stetigen Gebrauch ab.

Allen voran die Bestuhlung, die zuletzt 2001 – zehn Jahre nach der Eröffnung – erneuert wurde. Derzeit hat die Empore verschiedene Modelle zur Ansicht und zur Sitzprobe im Haus. Die Polster der alten blauen Stühle sind durchgesessen, die Bezüge teils verschlissen und ausgeblichen. Auch der Vorhang muss erneuert werden – er hat schon einige Flicken und erfüllt zudem nicht mehr die neuesten Brandschutzvorschriften. Beides zusammen kostet rund 140.000 Euro. Zu entscheiden ist noch über die Farbe der Textilien, „wahrscheinlich ein Anthrazitgrau“, sagt Hennecke, und darüber, ob komplett neue Stühle angeschafft werden oder auf die alten Gestelle neue Sitzflächen und Rückenlehnen montiert werden. Bereits im Sommer wurde das Parkett abgeschliffen und neu versiegelt – Kosten: 30.000 Euro. Hennecke: „Wir können umfangreiche Arbeiten nur im Sommer ausführen, wenn der Spielbetrieb weitgehend ruht.“

Die Wände im Saal, die aus verkleideten Holzrahmen bestehen, müssen ebenfalls für rund 80.000 Euro erneuert werden: Viele Elemente haben Löcher, Risse oder Kratzer, die sich mit einfachem Spachteln und Überstreichen nicht mehr ausbessern lassen. Einige Wände vibrieren auch bei lauter Musik. Die neuen Wände werden zudem so beschaffen sein, dass sich die Akustik verbessert – dies sei vor allem für das Sprechtheater wichtig, sagt Hennecke. „Ein Akustiker hat sich den Saal bereits angeschaut.“ Noch nicht im Budget für 2019 enthalten war bisher die Generalüberholung des Flügels, die sich erst vor kurzem als dringend notwendig herausgestellt hat. „Sponsoren hierfür wären uns sehr willkommen“, betont Hennecke (siehe auch Infokasten).

2020 sind dann die Räume außerhalb des Saals an der Reihe: Die Toiletten im Untergeschoss, im 2. Obergeschoss und in den Künstlergarderoben sind noch weitgehend auf dem Stand von 1991, als das Haus eröffnet wurde und entsprechen nicht mehr dem Standard. Seit 2012 gibt es in der Sammelgarderobe zwar eine Küchenzeile, „doch die hat noch nicht mal einen Wasseranschluss“, bedauert der Geschäftsführer. Den Künstlern solle der Aufenthalt in der Empore so angenehm wie möglich gemacht werden, zumal viele von größeren Häusern ganz andere Dinge gewohnt seien.

Für die Toiletten- und Garderobensanierung sind 180.000 Euro veranschlagt. Noch ohne Budgetzusage, aber ebenfalls geplant ist ab 2021 die Modernisierung von Foyer und Eingang: Die Abendkasse soll dann nicht länger ein Sprechfenster wie ein Bahnfahrkartenschalter haben, die Bar im 1. Obergeschoss soll erweitert werden, damit die Besucher in der Pause schneller bedient werden können. Auch die Raumgestaltung insgesamt soll modernisiert werden. Onne Hennecke wünscht sich zudem dringend einen besseren Fahrstuhl, der mehrere Gäste auf einmal schneller befördern kann.

Die Empore betreibt eine GmbH, die das Gebäude von der Stadt Buchholz gepachtet hat. Dadurch ist die Empore selbst für Instandhaltungsmaßnahmen – übrigens auch für das Restaurant Lim’s im Erdgeschoss – zuständig. „Das ist also etwas anderes wie bei einem normalen Mietverhältnis, wo der Vermieter für die Instandhaltung zuständig ist“, sagt Hennecke. Die Stadt ist Gesellschafter und verpflichtet, Verluste auszugleichen. Der Empore-Betrieb erhält jährlich etwa 550.000 bis 600.000 Euro Zuschuss. „Das wird fast ausschließlich für den Gebäudebetrieb benötigt“, sagt Hennecke.

Als GmbH hat die Empore mehr Handlungsspielraum, „sonst müsste der Stadtrat über die Farbe des Vorhangs und der Stühle entscheiden“, sagt Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse. Die Bezuschussung sei eine freiwillige Leistung der Stadt. „Freiwillige Leistung bedeutet, die Zuwendung steht unter Vorbehalt. Aber es gibt Dinge, die man nicht antastet. Die Empore ist mehr als das, was sie die Stadt kostet. Sie ist ein wichtiger Faktor in Buchholz und weit darüber hinaus. Und mir ist wichtig, dass das Haus in einem Topzustand ist“, betont der Bürgermeister.

Im September 2021 wird die Empore 30 Jahre alt – „wir investieren schon heute in die Zukunft des Hauses“, sagt Röhse.