Harburg
Hausbruch

Plan für Jugendwohngruppe ist gekippt

Altwiedenthaler Höhe 29: Um den verfallenden Bungalow gab es Gerüchte

Altwiedenthaler Höhe 29: Um den verfallenden Bungalow gab es Gerüchte

Foto: Lars Hansen / xl

Die Harburger Bezirkspolitiker wollten das Projekt im Villengebiet schon ablehnen. Jetzt ist der Antrag ganz vom Tisch genommen.

Hausbruch.  Der Plan, an der Straße Altwiedenthaler Höhe im Hausbrucher Villengebiet eine Wohneinrichtung für Jugendliche unterzubringen, hatte in der Nachbarschaft für große Aufregung gesorgt. Jetzt ist er vom Tisch. Der stattliche Bungalow mit Waldgrundstück wurde an einen anderen Käufer veräußert, berichtet der Neugrabener Kommunalpolitiker Ralf-Dieter Fischer (CDU). Doch auch ohne diesen Verkauf wäre das Projekt wohl nicht zustande gekommen. „Die Fraktionen der Bezirksversammlung hatten sich schon darauf geeinigt, die Nutzungsänderung abzulehnen“, sagt Fischer.

Üblicherweise hätte der Weg der Ablehnung zunächst zurück in den Regionalausschuss Süderelbe geführt, der sie hätte beschließen müssen. Danach wäre dieser Beschluss bei der März-Sitzung der Bezirksversammlung nachvollzogen worden. „Um die Anwohner aber nicht allzu lange im Unsicheren zu lassen, wollten wir die Nutzungsänderung schon im Rahmen der Februar-Sitzung ablehnen“, sagt Fischer. „Damit hätte die Bezirksversammlung dann eine Empfehlung der Verwaltung nachvollzogen.“

Die Anlieger des in einer Kurve gelegenen Grundstücks hatten protestiert, weil sie befürchtet hatten, dass hier eine geschlossene Unterbringung für jugendliche Intensivstraftäter geplant sei. Die letzte Einrichtung dieser Art, das von der CDU/Schill-Koalition eingerichtete Heim Feuerbergstraße hatte immer wieder für Negativschlagzeilen gesorgt.

Da die erste und bislang einzige Information über das Projekt im nicht-öffentlichen Teil des Regionalausschusses Süderelbe erfolgte, fühlten sich die Anwohner unterinformiert und verunsichert. Ein unbekannter Abgeordneter hatte dann anonym das Gerücht gestreut, dass in dem Haus Intensivstraftäter betreut werden sollten.

Sahbattin Arras von der Linksfraktion in der Bezirksversammlung Harburg hatte sowohl die Debatte als auch die Gerüchte kritisiert. In Wohneinrichtungen wären schutzbedürftige Minderjährige untergebracht, die man schützen sollte, statt sie zu stigmatisieren, so Arras.